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Evolution: Ein geisterhafter Schmetterling

Der lateinamerikanische Glasflügelfalter setzt auf eine besondere Strategie, um Feinden zu entgehen: Er macht sich praktisch unsichtbar.
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Glasflügelfalter

Wenn der lateinamerikanische Glasflügelfalter (Greta oto) durch seinen Lebensraum flattert, fällt er kaum auf: Wie ein unsichtbarer Geist schwebt er durch die Lüfte – und entgeht so seinen Fressfeinden. Was den Schmetterling mit den durchsichtigen Flügeln praktisch mit einer Tarnkappe versieht, haben nun Biologen um Hendrik Hölscher vom Karlsruher Institut für Technologie erforscht: Unregelmäßige Nanostrukturen auf der Oberfläche der Schmetterlingsflügel verhindern fast völlig, dass der Falter einfallende Sonnenstrahlung reflektiert – je nach Blickwinkel wirft er nur zwei bis fünf Prozent des Lichts zurück, bei durchsichtigen Fensterscheiben sind es dagegen je nach Winkel 8 bis 100 Prozent. Selbst Infrarot- und Ultraviolettstrahlung unterdrückt das Insekt wirkungsvoll und entschwindet damit auch aus dem Blickfeld von dafür empfänglichen Tieraugen.

Nature Communications 10.1038/ncomms7909, im Druck (2015)

16/2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 16/2015

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