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"Ein gewisser Gesetzloser"

Mittelalterliches Manuskript

"Ein gewisser Gesetzloser"

"Zu dieser Zeit hat nach allgemeiner Meinung ein gewisser Gesetzloser namens Robin Hood mit seinen Komplizen Sherwood und andere gesetzestreue Gegenden Englands mit fortdauernden Raubüberfällen heimgesucht." So heißt es auf einer kürzlich entdeckten, in Latein verfassten Inschrift. Dieser Aufzeichnung eines unbekannten Mönchs nach zu urteilen, war Robin Hood (oder "Robyn Hode", wie es im Original heißt) bei seinen Zeitgenossen möglicherweise weit weniger beliebt, als es die Legende will.

Die handschriftliche Notiz am Rande eines rund 550 Jahre alten Manuskripts des Eton Colleges entzifferte jetzt der Handschriftenkundler Julian Luxford von der schottischen University of St. Andrews. Sie lege nahe, dass Robin Hood und seine Männer nicht sämtlich "von den Guten geliebt wurden", wie es immer heiße, meint Luxford. Wahrscheinlich hätten spätere Fassungen der Legende das Image des Geächteten aufpoliert, sagte der Forscher. Immerhin verlege auch die Inschrift den Wirkungskreis des Meisterbogenschützen in den legendären Sherwood-Forest. Gerade dafür hätten bislang Beweise gefehlt.

Bei der Notiz handelt es sich laut Luxford um die einzige historische Aufzeichnung mit Bezug zu Robin Hood, die in England gefunden wurde. Demnach habe Robin Hood in der Zeit von König Edward I. (1239-1307) gelebt. Alle anderen bekannten Hinweise darauf, dass es Robin Hood tatsächlich gab, stammen aus Schottland. (jd)

Robin Hood stand offenbar nicht nur mit seinem Erzgegner, dem Sheriff von Nottingham, auf Kriegsfuß. Das verrät die handschriftliche Notiz eines unbekannten Mönches: Sie zeichnet ein keineswegs schmeichelhaftes Bild des vermeintlichen Wohltäters.

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