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Geomorphologie: Ein Krater im Radarblick

Weltweit kennt man knapp 190 Einschlagkrater von Meteoriten - und nicht alle entsprechen dem klassischen Bild. Nun erlauben Radarsatelliten die bislang genauesten Abbildungen.
Die Aorounga-Struktur im nordafrikanischen Tschad entspricht auf den ersten Blick nur teilweise dem typischen Bild eines Einschlagkraters, denn die Spuren des kosmischen Treffers verwitterten im Laufe der Zeit beträchtlich.

Der Aorounga-Krater

Die Aorounga-Struktur im nordafrikanischen Tschad entspricht auf den ersten Blick nur teilweise dem typischen Bild eines Einschlagkraters, denn die Spuren des kosmischen Treffers verwitterten im Laufe der Zeit beträchtlich. Und doch ging hier vor 345 Millionen ein mächtiger Meteorit nieder, der einen Krater mit mindestens 12,6 Kilometern Durchmesser schlug. Aus dem All sind sowohl der äußere als auch der innere Ring von Aorounga gut zu erkennen, wie ein neues Bild der beiden deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X zeigt, aus deren Daten Forscher um Manfred Gottwald vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt nun die bislang genauesten Höhenabbildungen von Meteoritenkratern weltweit erstellten. Im Tschad hat der kräftige Wind dabei zusätzliche parallele Strukturen hinzufügt, die die Kraterform etwas verschleiern: Sie bestehen aus windbeständigen Felsrücken, den so genannten Yardangs, zwischen denen Sanddünen durch die Luftströmungen angetrieben hindurchwandern. Das eigentliche Ziel dieser Auswertungen ist für Gottwald und Co jedoch die Suche nach noch unbekannten Kratern – denn sicherlich haben weit mehr als nur die 188 belegten Meteoriten unseren Planeten überprägt.

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