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Körperrekonstruktion: Eine Skandinavierin von vor 7000 Jahren

Knochenstudium und Genanalysen halfen das Aussehen einer mesolithischen »Schwedin« zu rekonstruieren.
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Körperrekonstruktion einer Schamanin

Es war keine gewöhnliche Bestattung. Die Tote wurde mit aufrechtem Oberkörper und im Schneidersitz in die Grabgrube gelegt, gebettet auf einen Sitz aus Hirschgeweihen und Tierfellen. Ihre Haare waren mit Federn geschmückt, um den Hals hatte man ihr eine Pektorale aus Schiefer und um die Hüfte einen Schmuck aus Tierzähnen gelegt. Die Frau gehörte zu einer Jäger-und-Sammler-Kultur, die vor 7000 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Schweden lebte. Als sie starb, war sie zwischen 30 und 40 Jahre alt.

In den frühen 1980er Jahren legten Archäologen ihre Grablege frei, bei Skateholm im Süden Schwedens nahe der Stadt Trelleborg. Die Grablege ist eine von fast 90 mesolithischen Bestattungen, die zwischen 5200 und 4500 v. Chr. datieren – darunter Gräber von Hunden. Nahebei stießen die Forscher auch auf Ansiedlungen. Dort hatten die Menschen vom Fischfang und der Jagd gelebt. Einige der Toten im Gräberfeld waren auf dem Rücken liegend, kauernd oder sitzend bestattet worden. So auch die Frau, deren Körperrekonstruktion jetzt im Museum von Trelleborg ausgestellt wurde. Erbgutanalysen ergaben, dass sie sehr wahrscheinlich eine dunkle Hautfarbe und helle Augen besaß. Der Bildhauer Oscar Nilsson rekonstruierte das Aussehen der Toten, den Kopf etwa mit Hilfe eines CT-Scans des Schädels.

Wer war die Verstorbene? Ausgräber Lars Larsson beschreibt ihren Status gegenüber »National Geographic« als einzigartig, Museumsdirektorin Ingela Jacobsson betont, dass sie zu Lebzeiten sicher eine besondere Position in der Gemeinschaft einnahm. Künstler Oscar Nilsson formuliert die Sache laut »National Geographic« konkreter – für ihn war sie »definitiv eine Schamanin«.

47/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 47/2019

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