Entdeckung in Jütland: Dänemarks größter Silberschatz aus der Wikingerzeit

Tresor der Wikinger
Bei der Gartenarbeit im Sommer 2026 ist ein Mann in Jütland auf Dänemarks bisher größten bekannten Silberhort aus der Wikingerzeit gestoßen. Es handelt sich um etwa 700 Objekte mit einem Gesamtgewicht von 18,5 Kilogramm. Die Stücke stammen aus dem 10. Jahrhundert, wie der Museumsverbund in Nordjütland, Nordjyske Museer, mitteilte.
Eigentlich wollte der Finder in seinem Garten in der Ortschaft Rebild Gras mähen und Steine zur Seite räumen, um anschließend eine Terrasse anzulegen, als er plötzlich Metallobjekte aus dem Boden zog. Fast die Hälfte des Schatzes, etwa 320 Objekte, seien in einem Tongefäß verborgen gewesen, der Rest habe um die Fundstelle herum im Boden gelegen.
Zu den Funden zählen zahlreiche Barren, Armringe, Münzen, Hacksilber und ein kleiner Thorshammer. Letztere Objekte deuten Fachleute als Amulette und Teil der nordischen Glaubenswelt. Auf einem der Barren sind zudem einige Runenzeichen eingeritzt. Die Inschrift lautet vermutlich »hutu«. Was die Zeichen bedeuten, sei noch unklar. Möglicherweise handelt es sich um einen Eigennamen oder eine Art Besitzmarkierung.
Teil des Schatzfunds sind zudem fast 50 Münzen, darunter solche angelsächsischer und arabischer Herkunft. Die Zeit ihrer Prägung liefert den Fachleuten von den Nordjyske Museer einen Anhaltspunkt zur Datierung des Hortfunds ins 10. Jahrhundert. Arabische Münzen, sogenannte Dirhams, gehören zu den häufigsten wikingerzeitlichen Funden in Skandinavien. Etwa 500 000 Stücke sind überliefert. Die Nordmänner waren bei ihren Fahrten in engen Handelskontakt mit der islamischen Welt gekommen.
Es ist nicht der erste Hortfund mit Silberobjekten aus dieser Epoche in Dänemark, was auch daran liegen dürfte, dass die Wikinger das Edelmetall als Tauschmittel nutzten. Im 9. und 10. Jahrhundert brachten sie es nicht nur in Form von Münzen in Umlauf, sondern auch als Barren oder zerstückelten Schmuck. Entscheidend war dabei nicht die Form, sondern das Gewicht. Deshalb zerteilte man das Metall. Auch die Objekte aus Rebild dienten wohl als Tauschmittel, da sich die Barren, Armringe und einiges Hacksilber bestimmten Gewichtsgruppen zuordnen lassen.
»Es ist, als hätte man einen Tresor aus der Wikingerzeit gefunden«, sagt Torben Sarauw von den Museen Nordjütlands in einer Pressemitteilung. Vielleicht, so der Archäologe, war die Gegend im Norden Jütlands vor mehr als 1000 Jahren ein gut angebundener Wirtschaftsstandort gewesen. Bereits 1971 fand sich in Rebild ein Silberhort. Und erst im Frühjahr 2026 hatte jemand im wenige Kilometer entfernten Rold wikingerzeitliche Armreifen aus Gold aufgelesen.
Als größter Silberfund der Wikingerzeit in Dänemark galt bislang der Silberhort von Terslev. Insgesamt mehr als 6,5 Kilogramm schwer umfasst er 1751 Münzen sowie Schmuck, Gefäße und Bruchsilber. Das Depot aus dem 10. Jahrhundert war bereits 1911 zufällig auf Seeland gefunden worden.
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