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Neue Spinnenarten entdeckt: Schillernde Höhlenbewohnerin

Forscher beschreiben mehrere bislang unbekannte Spinnenarten aus einer Kalksteinhöhle in Laos. Darunter das prächtig schillernde Viengkeo-Buntbein mit intensiven Strukturfarben an den Beinen – sowie eine komplett augenlose Art.
Eine Spinne mit langen, dünnen Beinen hängt in einem Netz. Die Beine schimmern in verschiedenen Farben, darunter Rot, Grün und Blau. Der Hintergrund ist unscharf und in warmen Brauntönen gehalten. Das Bild zeigt die filigrane Struktur des Netzes und die schillernde Erscheinung der Spinne. Die in Laos neu entdeckte Spinnenart trägt den Namen Viengkeo-Buntbein.

Blaubein, Buntbein und Höhlenzwerg

Arachnologe Peter Jäger vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt und Liphone Nophaseud von der National University of Laos haben neun bislang unbekannte Spinnenarten in einer Höhle in Laos entdeckt. Die Arten gehören drei verschiedenen Gattungen an, von denen zwei durch schillernde Farben auffallen. Für sie schlugen die Fachleute die umgangssprachlichen Namen Blaubein (Gattung Sinoderces) und Buntbein (Althepus) vor. Auf dem Foto ist das Viengkeo-Buntbein (Althepus viengkeoensis) zu sehen, dessen Strukturfarben durch die spezielle Oberfläche des Außenpanzers (Kutikula) entstehen.

Zu den Entdeckungen gehören weiterhin winzige »Höhlenzwerge« der Gattung Speocera, die nur einen Millimeter messen und ein besonderes Brutpflegeverhalten zeigen. Sie tragen einzelne Eier beziehungsweise Jungen in ihren Mundwerkzeugen herum. Die Jungtiere sind außerdem ungewöhnlich groß, was vermutlich eine Anpassung an den nährstoffarmen Lebensraum Höhle darstellt, wie Jäger in einer Pressemeldung erläutert: »So haben wenige, aber größere Nachkommen eine bessere Chance, zu überleben und eine neue Generation zu bilden.«

Die Wissenschaftler fanden zudem eine komplett augenlose Art: »Sinoderces phoukham oder das Phoukham-Blaubein ist besonders bemerkenswert, da sie als einzige bekannte der über 220 Arten der Familie Psilodercidae keine Augen besitzt; eine typische Anpassung an das Leben in Höhlen«, so Jäger. Die Spinnenfamilie Ochyroceratidae wurde erstmals überhaupt in Laos nachgewiesen.

Die Kalksteinhöhlen in Laos zählen zu den artenreichsten und empfindlichsten Ökosystemen Südostasiens. Leider werden sie durch Tourismus und Kalkabbau zunehmend bedroht. Die im Fachjournal »Zootaxa« erschienene Studie unterstreicht ihre Bedeutung als schützenswerte Hotspots der Artenvielfalt.

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