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Feuchtgebiet Wüste

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Wüstenrhabarber

Als leicht säuerliche Zutat für diverse Nachspeisen ist Rhabarber ein Begriff. Hauptsächlich gedeiht er in verschiedenen Varianten in gemäßigten und subtropischen Gebieten Asiens und bevorzugt meist feuchte Böden und schattige Plätze.

Aber auch in extrem trockenen und sonnigen Klimaten wie der Wüste Negev in Israel ist die zur Familie der Knöterichgewächse gehörende Pflanze beheimatet. Simcha Lev-Yadun und seine Kollegen von der Universität Haifa konnten jetzt zeigen, wie sich der Wüstenrhabarber Rheum palaestinum in diesem regenarmen Areal durchsetzen konnte. Im Gegensatz zu anderen Wüstenpflanzen weist er große, rosettenförmig angeordnete Blätter auf, die zudem ähnlich stark zerfurcht sind, wie ihre felsige Umgebung. Die Rinnen haben durchaus ihren Sinn: Sie leiten das spärlich vorhandene Regenwasser gezielt zu den Wurzeln, einzigartig für Wüstenpflanzen.

Zur Unterstützung ihrer Selbstbewässerung sind die Blätter mit einer verstärkt wachshaltigen Oberfläche ausgekleidet, wodurch das Wasser abperlen kann und sich die Fließgeschwindigkeit erhöht. Da in diesem sehr trockenen Wüstengebiet im Durchschnitt nur etwa 75 Millimeter Regen pro Jahr fallen, musste die Pflanze somit ein ausgeklügeltes System entwickeln, um sich dauerhaft durchzusetzen. Mit Erfolg: Die größte Rhabarberpflanze die Lev-Yadun und seine Arbeitsgruppe entdeckt haben, kann mit ihrer außergewöhnlichen Methode bis zu 44 Litern Wasser pro Jahr sammeln und aufnehmen. (dw)


Simcha Lev-Yadun et al.: Rheum palaestinum (desert rhubarb), a self-irrigating desert plant. In: Naturwissenschaften 96, S.393-397, 2009.

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