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Älteste Goldkette Amerikas

Diese Kette ist ungefähr 4000 Jahre alt – bis jetzt das älteste bearbeitete Gold in Amerika, welches je gefunden wurde. Das meinen zumindest Mark Aldenderfer von der Universität von Arizona und seine Kollegen. Sie lag in einem Grab nahe des Titicaca-Sees in Süd-Peru.

Die neun Goldglieder waren kreisförmig unterhalb des Schädels nahe der Kieferknochen angeordnet, zwischen ihnen befanden sich elf grobgearbeitete Grünstein-Perlen. Die Lage der Fundstücke lässt die Forscher vermuten, dass die Kette um den Hals des Verstorbenen hing. Die Glieder haben eine zylindrische Form, einen ähnlichen Durchmesser, aber variieren in Länge und Gewicht. Eine Analyse des Goldes deutet darauf hin, dass ein Handwerker sie aus vor Ort gefundenen Goldnuggets herstellte.

Auf den Gliedern sind Abdrücke von einem hammerähnlichen Werkzeug zu erkennen. Vermutlich schlug der Schmied das Rohgold erst mit einem Steinhammer flach, um es dann vorsichtig um ein hartes zylindrisches Objekt herumzubiegen. Dabei schmolz er das Gold wohl nicht vorher ein, sondern arbeitete ohne Feuer. Der Fund stützt nach Meinung der Wissenschaftler daher die Hypothese, dass die Kaltbearbeitung von vor Ort gefundenen Goldstücken eine der frühesten Technologien in den Anden war, um Schmuck als Statussymbole herzustellen.

Die Grabstätte gehörte zu einer ebenfalls vor 4000 Jahren an gleicher Stelle bestehenden Siedlung von fünf Häusern. Die kleine Dorfgemeinschaft zog wohl mit ihrer Herde durch das Land, wohnte aber zumindest während des Frühjahrs an dem Ort.

In dieser Zeit wandelte sich in den Anden die Kultur von Jägern und Sammlern hin zu sesshaften Bauern. Wohlstand und Ernteüberschüsse dürften so früh allerdings noch nicht bestanden haben. Diese werden von vielen Wissenschaftlern aber als Voraussetzung gesehen, damit sich Goldhandwerk entwickeln kann. Die Inkas (1200-1532 n. Chr.) mit ihrer mehrschichtigen Gesellschaftsstruktur zeigten beispielsweise ein großes Geschick in der Herstellung kunstvoll gestalteter Kultgegenstände. Die Kette aus einer so frühen Phase der Sesshaftwerdung zeigt nun, dass Goldverarbeitung nicht notwendigerweise an höher entwickelte Gesellschaften gebunden sein muss.

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