Galaxien: Aktive Sternentstehung in der Zwerggalaxie Markarian 178

Sternen-Action in Markarian 178
Etwa 13 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Großer Bär befindet sich die Zwerggalaxie Markarian 178, die hier mit dem Weltraumteleskop Hubble im Detail zu sehen ist. Das Bild setzt sich aus Einzelbelichtungen durch schmalbandige Filter im Visuellen und im nahen Infraroten zusammen und vermittelt daher einen Eindruck, der dem menschlichen Seheindruck recht nahekommt. Die hohe räumliche Auflösung erlaubt es, die Galaxie in Einzelsterne aufzulösen; die Welteninsel erstreckt sich immerhin über eine Länge von etwa 5700 Lichtjahren. Damit ist sie allerdings ein Zwerg im Vergleich zu unserem Milchstraßensystem, dessen Scheibe einen Durchmesser von bis zu 150 000 Lichtjahren erreicht.
Auffällig ist, dass viele der hellen Sterne in einem bläulichen Licht leuchten. Dabei handelt es sich um massereiche und damit heiße Sterne, die ihre Strahlung überwiegend im Ultravioletten und im blauen Licht abgeben. Diese Sterne der Spektralklassen O und B sind allerdings wahre Verschwender. Sie fusionieren den Wasserstoff in ihrem Inneren in solch großen Mengen, dass ihnen trotz der großen Masse nur wenige Millionen Jahre vergönnt sind, bis sie sich zu Roten Überriesen aufblähen und schließlich in Supernova-Explosionen vergehen.
Im unteren, rötlich schimmernden Bereich der Galaxie steht dieses finale Stadium der Sternentwicklung aus astronomischer Sicht unmittelbar bevor. Hier befinden sich zahlreiche sogenannte Wolf-Rayet-Sterne. Sie erzeugen enorme Sternwinde, die sich in den umgebenden Raum ausbreiten und das Gas zum Leuchten anregen. So entstand der helle, rosafarbene Nebel, der im Licht von ionisiertem Wasserstoff und Sauerstoff leuchtet. Zwar verlieren Wolf-Rayet-Sterne durch diese intensive Freisetzung von Gas und Staub einen großen Anteil ihrer Masse, doch auch dieser Aderlass kann ihr Schicksal nicht abwenden: Am Ende werden sie explodieren und je nach Masse zu einem Neutronenstern oder einem Schwarzen Loch kollabieren.
Benannt ist die Zwerggalaxie nach dem armenischen Astronomen Benjamin Markarian (1913–1985), der in den 1960er-Jahren einen Katalog von rund 1500 Galaxien zusammenstellte, die sich durch intensive Ultraviolettstrahlung auszeichnen.
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