Gravitationslinsen: Ein Fenster in die Frühzeit der Galaxien

Gravitationslinse im Galaxienhaufen MACS J0416
Im Rahmen des Canadian NIRISS Unbiased Cluster Survey (CANUCS) hat ein internationales Forschungsteam die erste große Datenveröffentlichung seiner Beobachtungen mit dem James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) vorgelegt. Die Untersuchung konzentriert sich auf fünf massereiche Galaxienhaufen. Sie wirken als gewaltige Gravitationslinsen, verstärken das Licht extrem ferner Hintergrundobjekte und ermöglichen den Astronomen so, Objekte weit jenseits der technischen Grenzen zu identifizieren.
Drei der Galaxienhaufen, darunter der etwa 4,3 Milliarden Lichtjahre (z = 0,395) von der Erde entfernte MACS J0416, wurden im Folgeprogramm »JWST in Technicolor« noch einmal genauer unter die Lupe genommen. Die bestehenden Daten wurden mit präzisen Bestimmungen der Rotverschiebung bis zu z = 10,8 ergänzt und der Wellenlängenbereich der Sichtfelder mit zusätzlichen Filtern deutlich erweitert.
Zusammen mit Archivdaten des Weltraumteleskops Hubble erreicht der kombinierte Datensatz so eine außergewöhnlich große spektrale Abdeckung und umfasst Wellenlängen im infraroten Bereich zwischen 0,7 und 4,8 Mikrometern. Der hier gezeigte Galaxienhaufen MACS J0416 ist im Wellenlängenbereich von 0,9 bis 4,4 Mikrometern abgebildet.
Das Team konnte so rund 53 000 Galaxien innerhalb der Galaxienhaufenfelder und weitere 44 000 Galaxien in angrenzenden Feldern mit Helligkeiten bis zu 30 mag aufspüren und untersuchen. Insgesamt wertete die Gruppe Aufnahmen der Webb-Instrumente NIRCam (Near Infrared Camera) und NIRISS (Near Infrared Imager and Slitless Spectrograph) in bis zu 29 verschiedenen Filtern aus. Dazu kamen 733 hochauflösende Spektren des Instruments NIRSpec (Near Infrared Spectrograph). Die Daten stehen ab sofort über die CANUCS-Webseite zur Verfügung.
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