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Neues Bildgebungsverfahren: Geisterfisch in besonderer Lösung

Mit mehreren Kniffen verleihen Forscher einem toten Fisch eine lebendige Anmutung.
Neues Bildverfahren

Langnasen-Lanzenfisch

Aufwändig präparierte Fotos von Wirbeltieren gibt es schon lange. Wie auf diesem Bild hat man den Langnasen-Lanzenfisch aber wenn überhaupt erst selten gesehen. Die Haut ist darauf durchsichtig, die Knochen sind rot. Gleichzeitig wirkt das Exemplar nicht wie ein konservierter Kadaver, sondern wie ein lebendiges Tier, das im Dunkeln geisterhaft leuchtet.

Für die besondere Aufnahme haben Wissenschaftler um W. Leo Smith von der University of Kansas die bewährte »Klärung und Färbung«-Methode um mehrere Kniffe erweitert. Zunächst haben sie, wie seit Jahrzehnten üblich, mit Kuhenzymen das Muskelgewebe des Fischkadavers zersetzt. Anschließend nutzten sie unter anderem die chemische Verbindung Alizarin, um die Knochen des konservierten Tiers zum Leuchten anzuregen.

Und dann positionierten sie den Fisch noch in einem fein austarierten Flüssigkeitsmix aus Glyzerin und Gelatine, in dem sich das Präparat – trotz fehlender Muskeln – gut in eine stabile, lebensecht wirkende Pose bringen ließ. Generell seien in dem zähen Umgebungsmedium ganz neue Bilder möglich, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin »Copeia«.

36/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 36/2018

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