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Amphibien: Transparent dank Blutarmut

Glasfrösche nutzen einen besonderen Trick, um sich unsichtbar zu machen. Wenn sie schlafen, lagern sie einen Teil ihres Blutes ein.
Schlafende Glasfrösche auf einem Blatt

Schlafende Glasfrösche

In der an besonderen artenreichen Klasse der Amphibien nehmen die Glasfrösche noch einmal eine Sonderstellung ein. Keine anderen landlebenden Wirbeltiere besitzen eine durchsichtige Körperunterseite wie sie: Die durchscheinende Haut und Muskeln macht ihre Knochen und Organe sichtbar. Diese Anpassung soll die Umrisse der Frösche auf ihren Sitzblättern auflösen, so dass sie für Fressfeinde schwerer zu entdecken sind.

Carlos Taboada von der Duke University und sein Team haben nun entdeckt, dass zumindest Glasfrösche der Art Hyalinobatrachium fleischmanni mit einem Trick ihre Transparenz nachts noch einmal um das Zwei- bis Dreifache erhöhen: Sie entfernen fast 90 Prozent ihrer roten Blutkörperchen aus dem Blutkreislauf und speichern sie in ihrer Leber, die reflektierende Guaninkristalle enthält. Immer wenn die Frösche wieder aktiv werden müssen, pumpen sie die roten Blutkörperchen zurück ins Blut. An diesem Punkt bricht die Lichtabsorption durch die Zellen die Transparenz. 

Dass dies nicht zu einem Verklumpen roter Blutkörperchen und damit zu gefährlichen Blutgerinnseln in Venen und Arterien führt, erstaunte die Wissenschaftler dabei besonders – und zeigt nun natürlich auch für die Medizin interessante Forschungsansätze.

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