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Herbig-Haro-Objekt: Ein Babystern und seine Wölkchen

Wenn Sterne noch ganz jung sind, bestrahlen sie mit zwei Gasjets ihre Umgebung. Wo die auf die Umgebung treffen, entstehen hübsche, sich stets wandelnde Strukturen.
HH34 im Orionnebel

HH34 im Orionnebel

Herbig-Haro-Objekte heißen die wolkigen leuchtenden Strukturen, die hier vor allem am unteren linken Bildrand zu erkennen sind: Dort treffen die rötlichen Jets, die von dem jungen Stern ausgehen, auf Materie in der Umgebung und bringen sie so zum Leuchten. Eine Aufnahme dieser Szenerie hat nun die NASA veröffentlicht. Das Weltraumteleskop Hubble hatte die sich schnell wandelnden Strukturen fotografiert.

Der Vorgang findet um alle jungen Sterne statt. Es bildet sich zunächst eine rotierende Scheibe aus Gas, die Akkretionsscheibe, in deren Mittelpunkt der Gasball wächst und wächst, indem er Material aus der Scheibe anzieht. Nicht alles Material erreicht aber den werdenden Stern. Auf Grund noch nicht vollständig verstandener Prozesse bilden sich immer auch zwei Jets aus, die senkrecht zu dieser Akkretionsscheibe stehen. In ihnen wird das Gas gebündelt und mit hoher Geschwindigkeit ins All geschossen.

Dort ist es jedoch – insbesondere in Gebieten, in denen Sterne entstehen – recht staubig. Die Folge: Trifft das Gas aus den Jets auf die interstellare Materie, entstehen Stoßwellen, die das Material aufheizen und zum Glühen bringen. Es entstehen sich schnell verändernde Wölkchen, die nach ihren Entdeckern, den Astronomen George Herbig und Guillermo Haro, benannt sind.

Dieses spezielle Objekt mit der Bezeichnung HH34 wurde bereits zwischen 1994, 2007 und 2015 von Hubble aufgenommen. HH34 befindet sich etwa 1250 Lichtjahre von der Erde entfernt im Orionnebel, einem großen, mit bloßem Auge sichtbaren Sternentstehungsgebiet. Ein genauer Blick auf die Details am Ausgangsort der Jets ist der Astronomie derzeit noch verwehrt. Die dichten Materiewolken verstellen dem sichtbaren Licht den Weg. Infrarotlicht allerdings kann die Staubhüllen um die Protosterne durchdringen. Große Erwartungen knüpfen Fachleute darum an das unlängst ins All gestartete James-Webb-Teleskop. Es wird das Weltall in bislang nicht gekannter Auflösung im Infrarotbereich beobachten und auch den Blick in die Wiege der Babysterne ermöglichen.

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