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Universum: Hier kreist ein Exoplanet

Exoplaneten werden vor allem indirekt nachgewiesen, weil sie beispielsweise ihren Stern beschatten. Nun gelang Astronomen ein seltener Schnappschuss.
Der Exoplanet umkreist seinen Stern  CVSO 30 in 1200 Lichtjahren Entfernung.

Ein Exoplanet umkreist seinen Stern

Exoplaneten sind notorisch schwer nachzuweisen, und normalerweise gelingt die Beobachtung nur indirekt: Wenn die Himmelskörper an ihrem Stern vorbeiziehen, schwächen sie seine Helligkeit leicht ab. Dieses "Flackern" deutet darauf hin, dass hier ein Exoplanet kreisen könnte. Für den Stern CVSO 30 konnten Astronomen 2012 erstmals mit dieser Methode belegen, dass er von einem Planeten begleitet wird, genannt CVSO 30b.

Mit dem Very Large Telescope und anderen Teleskopen beobachteten Forscher um Tobias Schmidt von der Universität Hamburg den 1200 Lichtjahre entfernten T-Tauri-Stern CVSO erneut – mit herausragendem Erfolg. Denn ihnen gelang die bislang sehr seltene echte Aufnahme eines Exoplaneten (der kleine helle Punkt links oberhalb des Sterns). Er ist mehr als 660-mal weiter von seinem Stern entfernt als die Erde von der Sonne. So benötigt er denn auch 27 000 Jahre für einen Umlauf; ganz im Gegensatz zu CVSO 30b, der sein Zentralgestirn in nur elf Stunden umkreist. CVSO ist der erste Stern, bei dem gleichzeitig ein sehr naher Exoplanet durch Transitbeobachtungen und ein extrem weit entfernter Exoplanet durch direkte Abbildung belegt werden konnten. Wie es zu diesem merkwürdigen System kam, ist bislang unbekannt.

25/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 25/2016

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