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Meerestiere: Im Plastikmüll gefangen

Wie viele Haie und Rochen verheddern sich jedes Jahr in Plastikmüll? Wissenschaftler sind auf die Suche nach einer Antwort gegangen - in Fachpublikationen und bei Twitter.
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Im Seil verheddert

Dieser erwachsene Kurzflossen-Mako hat sich wahrscheinlich als junger Hai in einem Stück Fischereiausrüstung verheddert. Danach ist er weitergewachsen – und hat nun durch das Seil eine verkrümmte Wirbelsäule.

Er ist nicht der Einzige. Wie häufig sich Haie und Rochen in Plastikmüll verfangen, wollte ein Team um Kristian Parton von der University of Exeter herausfinden. Dazu gingen sie auf die Suche nach dokumentierten Fällen in Fachmagazinen, aber auch auf Twitter, wo immer wieder Nutzer Fotos solcher Tiere hochladen. Insgesamt fanden sie Hinweise auf über 1000 verendete oder beeinträchtigte Haie und Rochen. Über zwei Drittel davon hätten sich in verlorener oder entsorgter Fischerausrüstung verfangen, schreiben sie im Fachjournal »Endangered Species Research«.

In Wahrheit dürften es vermutlich noch wesentlich mehr sein. Jedes Jahr gehen etwa 6,4 Millionen Tonnen Fischerausrüstung im Meer verloren. Hinzu kommt der Plastikmüll vom Land – wie etwa Einkaufstüten oder Verpackungen.

Zum Verhängnis wird den Fischen aber nicht nur verlorene Ausrüstung. Sehr oft sterben die Tiere auch in den Netzen selbst – ob als Beifang oder durch gezielte Befischung. Die Zahl der so getöteten Haie schätzte ein Team um Boris Worm von der Dalhousie University in Halifax in einer Studie von 2013 auf rund 100 Millionen pro Jahr.

28/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 28/2019

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