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Impressionismus: Monets größtes Meisterwerk

Eine Ausstellung vor 150 Jahren markiert die Geburtsstunde des Impressionismus. Dessen berühmtester Vertreter schuf sich die größte Quelle seiner Inspiration selbst: seinen Garten.
Claude Monet in seinem Atelier

Claude Monet in seinem Atelier

Als Claude Monet vor 150 Jahren, am 15. April 1874, gemeinsam mit 29 weiteren Künstlern am Pariser Boulevard des Capucines die »Erste Ausstellung« der »Anonymen Gesellschaft der Kunstmaler, Bildhauer und Grafiker etc.« eröffnete, deutete wenig darauf hin, dass daraus eine große Kunstepoche hervorgehen würde. Vielmehr hatte sich die Gruppe zusammengetan, um abseits der jährlichen Mainstreamschau Salon de Paris ihre Werke zeigen zu können.

Eines der von Monet präsentierten Gemälde, eine Ansicht des Hafens von Le Havre, trug den schlichten Titel »Impression, Sonnenaufgang«. Weitere Bilder zeigten ähnliche Eindrücke, weshalb ein Kritiker die Aussteller als »Impressionisten« bezeichnete. Auch wenn der Begriff nicht zum ersten Mal Verwendung fand, war er nun untrennbar mit der neuartigen Malerei verbunden.

Ihre Inspiration schöpften Monet und seine Kollegen vor allem aus der Natur. »Was mein Herz wachhält, ist bunte Stille«, soll er einmal gesagt haben. Solch anregende Umgebung fand der berühmte Maler vor allem an einem Ort: seinem Garten in Giverny. Monet hatte ihn selbst angelegt, nachdem er 1883 mit seiner Patchworkfamilie in das kleine Dorf westlich von Paris gezogen war. Bis zu seinem Tod 1926 komponierte er hier Pflanzen und Farben zu seinem »schönsten Meisterwerk«, wie er das grüne Refugium nannte, das er immer wieder auf die Leinwand bannte.

Dem Seerosenteich widmete er einen ganzen Gemäldezyklus, an dem er auch arbeitete, als ihn der offizielle Fotograf der französischen Regierung Henri Manuel in seinem Atelier in Giverny in den 1920er Jahren ablichtete. Der Experte für Porträtaufnahmen, dessen Werk während des Zweiten Weltkriegs zu großen Teilen vernichtet wurde, gibt mit seiner Fotografie einen Eindruck von der Arbeitsatmosphäre des Meisters – die Nachkolorierung des Briten Jordan Lloyd ergänzt die »bunte Stille«.

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