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Tausendfüßer: Je leuchtender, desto giftiger

In den Bergen Kaliforniens lässt sich ein faszinierendes Schauspiel beobachten: Tausendfach leuchtet es vom Boden, wenn bestimmte Tausendfüßer unterwegs sind.
Im Sommer beginnt auf wenigen ausgewählten Bergen Kaliforniens ein richtiges Leuchtspektakel: An unzähligen Stellen blinkt es nun vom Boden der Wildnis - doch um Glühwürmchen handelt es sich nicht. Hier strahlen Tausendfüßer

Glühlampe auf Beinen

Im Sommer beginnt auf wenigen ausgewählten Bergen Kaliforniens ein richtiges Leuchtspektakel: An unzähligen Stellen blinkt es nun vom Boden der Wildnis – doch um Glühwürmchen handelt es sich nicht. Hier strahlen Tausendfüßer der Gattung Motyxia. Doch sie locken damit keine Weibchen an, wie dies Leuchtkäfer machen, sondern wollen abschrecken: Sie produzieren giftiges Zyanid und warnen mit ihrer so genannten Biolumineszenz potenzielle Fressfeinde. Und je giftiger die Tiere sind, desto stärker leuchten sie. Ursprünglich diente ihr Strahlen jedoch einem ganz anderen Zweck, wie Paul Marek und Wendy Moore von der Virginia Polytechnic Institute and State University in Blacksburg nun nach einem Blick auf den Stammbaum dieser Tausendfüßergattung vermuten: Das verantwortliche Leuchtmolekül entwickelte sich bei einer sehr ursprünglichen Art, die in einem heißen und trockenen Ökosystem lebt. Die Hitze behindert ihren Stoffwechsel und sorgt dafür, dass sich in ihrem Körper stark reaktive Peroxide bilden. Das Leuchtprotein neutralisiert diese Substanzen und schützt so den Tausendfüßer. Erst später erhielt es einen Zusatznutzen als Warnsignal.

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