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Jenseits des Asteroidengürtels: Zwei Planeten, ein Mond und 13 Ringe

Das Hubble-Weltraumteleskop ist durch seine spektakulären Aufnahmen weit entfernter Objekte berühmt geworden. Diese Bilder von Uranus und Jupiter zeigen: Unsere kosmische Nachbarschaft ist auch ganz hübsch.
Bilder von Jupiter und Uranus nebeneinander montiert.

Jupiter und Uranus

Das Wetter ferner Planeten ist oft gleichzeitig exotisch und dann doch irgendwie vertraut. Das zeigen auch diese Aufnahmen, die das Weltraumteleskop Hubble im November 2022 von Jupiter und Uranus machte. Auf Jupiter, dem größten Planeten des Sonnensystems, toben immerwährend Stürme; in diesem Bild liegt knapp nördlich des Äquators eine ganze Kette solcher Wirbel direkt hintereinander. Sie verschmelzen nur deswegen nicht zu einem gigantischen Supersturm, weil benachbarte Stürme jeweils einen entgegengesetzten Drehsinn haben. Im Gegensatz zum Großen Roten Fleck sind diese Stürme jung. Sie entstanden innerhalb des letzten Jahrzehnts.

Über den Wolkenbändern zieht der Mond Io seine Bahn und wirft seinen Schatten auf die wirbelnden Gasmassen. Seine Oberfläche ist mindestens ebenso exotisch wie die seines Mutterplaneten. Sein Inneres wird von den Gezeitenkräften des Riesenplaneten aufgeheizt und aufgeschmolzen. Unaufhörlich aktive Vulkane bedecken seine Oberfläche mit Schwefelverbindungen in unterschiedlichsten Gelb- und Brauntönen.

Um Uranus dagegen sieht man den feinen Schimmer des Ringsystems – es ist so dünn und dunkel, dass die 13 Ringe erst im Jahr 1977 entdeckt wurden. Und anders als bei Jupiter blickt man bei diesem Planeten nicht auf die Äquatorebene, sondern derzeit auf den Nordpol: Uranus ist um nahezu 100 Grad auf die Seite gekippt, so dass seine Rotationsachse parallel zur Bahnebene liegt. Der Eisriese hat deswegen die wohl extremsten Jahreszeiten im gesamten Sonnensystem. Im Sommer steht die Sonne fast senkrecht über dem Nordpol – und brennt 42 Erdjahre lang ohne Unterbrechung auf ihn nieder. Die permanente Sonneneinstrahlung hat bereits ihre Spuren hinterlassen. Über dem Nordpol hängt eine helle Schicht aus Dunst, die sich, angetrieben vom Sonnenlicht, durch photochemische Reaktionen organischer Moleküle gebildet hat – ganz wie irdischer Smog.

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