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Kampf ums Wasser

Einzugsgebiet des Ohio River

Modell des Allegheny-Plateaus

Ein scharfer Knick im Flusslauf oder auch Sedimente aus einer Gegend, die eigentlich flussabwärts liegt, zeugen von einem heftigen Kampf im Untergrund – und zwar ums Wasser. Denn die Grenzen zwischen Einzugsgebieten sind keineswegs fest gezogen. So zapft der Rhein seit Millionen Jahren der Donau im Oberlauf die Zuflüsse ab, teilweise kehren sich dadurch sogar Fließrichtungen um: Einst speisten auch Alpenflüsse den Strom zum Schwarzen Meer, inzwischen fließen sie zur Nordsee.

Was im Kleinen und im Einzelnen teilweise gut sicht- und nachweisbar ist, wollen Sean Willett von der ETH Zürich und seine Kollegen nun auch im großen Maßstab erfassen – und zwar von der Vergangenheit über die Gegenwart bis zur Zukunft. Sie haben eine neue Berechnungsmethode entwickelt, die Faktoren wie die Höhenlage über dem Meer und die Geometrie der Flussläufe berücksichtigt. Mit ihr ermitteln sie, wie stabil die aktuelle Wasserscheide ist: Herrscht ein Gleichgewicht, oder bewegt sie sich? Sie überprüften ihr Modell unter anderem an Einzugsgebieten der Appalachen (hier im Bild das errechnete Modell des Allegheny-Plateaus, links das Einzugsgebiet des Ohio River). Wo rot und gelb aufeinander treffen, herrscht ein Ungleichgewicht, und die Wasserscheide ist in Bewegung – in diesem Fall wandert sie ostwärts.

Science 343, 1248765, 2014

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