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Kletterkunst: Fische erklimmen einen Wasserfall

In Afrika schaffen es winzige Fische, einen Wasserfall zu überwinden, indem sie senkrecht nach oben klettern.
Eine Nahaufnahme von kleinen Fischen, die in einem Wasserfall nach oben klettern. Die Fische sind schlank und dunkel gefärbt, und das Wasser erzeugt eine wellenartige Struktur um sie herum. Die Lichtreflexionen auf der Wasseroberfläche verleihen dem Bild eine dynamische Textur.

Kleine Fische, hoch hinaus

Dass sich große Fische wie Lachse über Stromschnellen springend flussaufwärts bewegen, ist lange bekannt. Dagegen erscheint es für solche Tiere geradezu unmöglich, einen Wasserfall senkrecht nach oben zu klettern. Aber genau das konnte ein Team um Pacifique Kiwele Mutambala von der kongolesischen Universität Lubumbashi bei einem winzigen Süßwasserfisch dokumentieren. Wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschreiben, erklimmen Tausende Exemplare der Spezies Parakneria thysi die 15 Meter hohen Luvilombofälle in der Demokratischen Republik Kongo. Die nur wenige Zentimeter langen Tiere klammern sich mithilfe hakenartiger Fortsätze an den Brust- und Bauchflossen an der Felswand fest und schlängeln sich dann Stück für Stück durch seitliche Wellenbewegungen nach oben. Dabei klettern sie sogar kopfüber, um überhängende Felsvorsprünge zu umgehen.

Das Manöver scheint für die Fische ziemlich kräftezehrend zu sein. Beim Klettern bewegt sich ein Individuum etwa 15 Minuten lang, um sich danach eine halbe Stunde auszuruhen. Wie die Forscher schätzen, benötigen die Tiere für den gesamten Aufstieg fast zehn Stunden – unter ständiger Gefahr, von herabstürzenden Wassermassen in die Tiefe gerissen zu werden.

Arten der Gattung Parakneria gelten als strömungsliebend (rheophil) und leben in schnell fließenden Gewässern. Die Notwendigkeit, senkrechte Wasserfälle zu überwinden, tritt wohl für P. thysi vor allem nach starken Regenfällen auf, bei denen die Fische abgetrieben werden. Durch ihre Kletterkunst können sie flussaufwärts liegende Lebensräume wieder besiedeln.


Kiwele Mutambala, P. et al., Scientific Reports 10.1038/s41598-026-42534-8, 2026

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