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Wie vor 3400 Jahren: Kolosse von Pharao Amenophis III. aus Fragmenten wieder aufgebaut

Fast 20 Jahre dauerte die Restaurierung. Nun erstrahlen zwei kolossale Statuen von Amenophis III. wieder in altem Glanz. Bei all der Größe wird ein Detail aber leicht übersehen.
Zwei große, beschädigte Sitzstatuen aus Stein stehen in einer Wüstenlandschaft mit Bergen im Hintergrund. Eine Person geht an der rechten Statue vorbei, was die Größe der Monumente verdeutlicht. Der Himmel ist klar und blau.

Monumentale Torwächter

Amenophis III. war einer jener Pharaonen, denen gigantisch nicht groß genug war. Am westlichen Nilufer von Theben, am Übergang von Wüste zu Fruchtland, ließ der König vor etwa 3400 Jahren einen riesigen Totentempel errichten. Allein die Umfassungsmauer maß etwa 700 Meter in der Länge und 550 Meter in der Breite. Heute ist von dem riesigen Bauwerk fast nichts übrig. Noch an ursprünglicher Stelle stehen nur die wohl berühmtesten Überbleibsel: die Memnonkolosse, zwei fast 14 und 15 Meter hohe Sitzstatuen des Pharaos, die einst die erste Toranlage des Tempels (Pylon) flankierten.

In den vergangenen Jahrzehnten haben Fachleute der ägyptischen Antikenbehörde und des Deutschen Archäologischen Instituts jedoch Bruchstücke weiterer kolossaler Bildnisse von Amenophis III., der auch als Amenhotep III. bekannt ist, entdeckt: so von zwei Sitzstatuen aus Alabaster aus dem Bereich des dritten Pylons. Über 20 Jahre hinweg haben Restauratoren die Fragmente wieder zusammengesetzt und Mitte Dezember 2025 die beiden Kolosse – 13,6 und 14,5 Meter groß – wieder an ihrem ursprünglichen Standort aufgerichtet.

Ein genauer Blick verrät, dass die Alabasterstatuen nicht nur Amenophis zeigen: Zwischen seinen Beinen stehen Figuren, die deutlich kleiner als der König wiedergegeben sind und die Königinnen des Herrschers darstellen – darunter seine Große königliche Gemahlin Teje. Ebenso seien eine Prinzessin und die Königinmutter Mutemwia zu sehen. Offenbar ist der Sohn und Nachfolger des Pharaos, Echnaton, nicht abgebildet.

In Theben-West ließen die Könige der 18. bis 20. Dynastie ihre Totentempel errichten. Die Bauten dienten zur Verehrung und Versorgung der verstorbenen Pharaonen, deren mumifizierte Körper im dahinter gelegenen Tal der Könige ruhten. Dort war im Oktober 2025 auch das Grab von Amenophis III. wieder für Besucher geöffnet worden. In Theben-West befinden sich zudem die Überreste seiner Palastanlage, die ebenfalls einen Baukomplex der gigantischen Art bildeten.

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