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Kometen: Ein Himmelsspektakel zu Ostern?

Vielleicht liefert der Komet C/2026 A1 (MAPS) ein tolles Himmelsschauspiel zu Ostern, wenn er am 4. April seinen geringsten Abstand zur Sonne erreicht, aber er könnte auch durch die enorme Hitze in Sonnennähe zu Staub zerfallen.
Ein Nachthimmel mit zahlreichen Sternen, in dessen Mitte ein Komet mit einem leuchtend grünen Kopf und einem langen, bläulichen Schweif zu sehen ist. Der Schweif erstreckt sich diagonal über das Bild und hebt sich deutlich vom dunklen Hintergrund ab. Der Komet scheint sich durch das Sternenfeld zu bewegen, was auf seine Bahn durch das All hinweist.

Härtetest im Sonnenfeuer

Der am 13. Januar 2026 entdeckte Komet C/2026 A1 (MAPS) ist auf dem Weg zu seinem Rendezvous mit der Sonne. Er gehört zur Gruppe der »Sonnenkratzer-Kometen« (englisch: sungrazer), die sich unserem Zentralgestirn extrem dicht annähern. Am 4. April werden ihn nur noch 162 000 Kilometer von der Sonnenoberfläche trennen, die Temperatur seines Kerns steigt dabei auf mehrere 1000 Grad Celsius. Diese enorme Wärmebelastung könnte dazu führen, dass sich der Komet innerhalb kürzester Zeit in eine Wolke aus Staub auflöst, wenn das ihn zusammenhaltende Eis verdampft.

Möglicherweise ist sein etwa 400 Meter großer Kern jedoch ausreichend strahlungsresistent, sodass er in Sonnennähe eine große Wolke aus Gas und Staub produziert, die sich wiederum in Schweifen anordnet. Der Komet könnte in diesem Fall so hell werden, dass er sich am Tageshimmel direkt neben der Sonne sichten lässt.

Bei der Beobachtung muss äußerste Vorsicht gelten: Niemals ohne ausreichenden Sonnenschutz wie eine Sonnenfinsternisbrille oder Schutzfolien vor den Objektiven eines Fernglases oder Teleskops beobachten!

C/2026 A1 (MAPS) gehört zur Gruppe der Kreutz-Kometen. Diese geht auf einen eisigen Himmelskörper zurück, der vor langer Zeit bei einer dichten Sonnenpassage zerbrochen ist. Seine Überbleibsel umrunden noch heute die Sonne auf extrem langgestreckten, einander sehr ähnlichen Bahnen. Das fiel bereits im Jahr 1888 dem deutschen Astronomen Heinrich Kreutz (1854 – 1907) auf.

Dieses Bild von C/2026 A1 (MAPS) nahmen die Kometenfotografen Gerald Rhemann und Michael Jäger am 21. März 2026 mittels eines ferngesteuerten Teleskops in Namibia auf. Von unseren Breiten ist er derzeit nicht zu sehen, da er viel zu weit südlich am Himmel steht. Der auf dem Bild sichtbare dünne Gasschweif ist mindestens 100 Bogenminuten lang, was der zweieinhalbfachen Breite der Vollmondscheibe entspricht. Er dürfte aber noch länger sein.

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