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Tarnen, Warnen, Täuschen: Kreuzottern setzen auf Dreifachtrick

Leider haben Kreuzottern einen schlechten Ruf. Dabei wollen sie nichts anderes, als von Feinden in Ruhe gelassen zu werden. Ihre Färbung hilft ihnen maximal.
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Kreuzotter in Ruhestellung

Nur zwei Giftschlangenarten leben in Deutschland – die Aspisviper und die Kreuzotter –, und Bisse sind extrem selten: Seit 1960 gab es nur einen offiziell bekannten tödlichen Unfall. Dennoch ist die Furcht vor diesen Reptilien auch hier zu Lande sehr hoch. Eigentlich versuchen etwa Kreuzottern, möglichst nicht aufzufallen und zu fliehen, wenn ein potenzieller Feind auftaucht. Welche Tricks sie dabei einsetzen, zeigt eine Studie von Janne Valkonen und Johanna Mappes an der finnischen Universität Jyväskylä, die sie im Journal »Animal Behaviour« publiziert haben. Die Färbung der Reptilien hat demnach eine dreifache Wirkung, wie die Biologen mit Freilandbeobachtungen und -experimenten belegen können. Das schwarze Zickzackmuster auf der hellen Grundfärbung sorgt dafür, dass die Tiere gleichsam mit ihrer Umgebung verschmelzen. Sie sind damit besser getarnt als einfarbige Schlangen: Menschen liefen häufiger an ausgelegten Plastikkreuzottern vorüber als an einförmig schwarzen oder grauen Exemplaren. Sobald ein Tier aber entdeckt ist, verkehrt sich der Effekt ins Gegenteil; die Musterung hebt es nochmals hervor und wirkt nun als Warntracht: Achtung, giftig! Während Menschen dann wahrscheinlich meist einen Satz rückwärts machen, betrachten manche Raubtiere die Schlangen als nahrhaften Snack. Bisweilen bleibt dann nur der Rückzug, wobei dann Trick drei zum Einsatz kommt. Die Kreuzottern kriechen so flink von dannen, dass sich für Betrachter eine Art Flirren in der Wahrnehmung einstellt – ähnlich wie bei schnell drehenden Rotoren eines Helikopters. Die Illusion sorgt dafür, dass die Tiere als eine einzige kontinuierliche Form erscheinen, die das Auge verwirrt. Bis sich der Angreifer dann orientiert hat, ist die Beute meist schon verschwunden.

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