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Kilauea

Lava-Spalte im Vorgarten

Seit Mitte März schwillt Hawaiis jüngster Vulkan - doch vor drei Tagen wechselte das Magma plötzlich die Richtung.
Aufnahme der Eruptionsspalte in einer Zufahrtsstraße der Leilani Estates nahe der Ostspitze der Großen Insel.

Spalteneruption am Kilauea

Quer über eine lokale Zufahrtsstraße hat sich eine Eruptionsspalte des Vulkans Kilauea auf Hawaii geöffnet. Bis zu 50 Meter hoch seien die Lavafontänen mitten in der Siedlung Leilani Estates gewesen, berichten Anwohner. Aus der Spalte fließt dünnflüssiges Gestein aus, und in der Luft messen die Behörden gefährliche Konzentration des giftigen Gases Schwefeldioxid. Mehrere tausend Menschen mussten bisher ihre Häuser verlassen. Inzwischen ist der Ausbruch zur Ruhe gekommen. Vorerst jedenfalls. Vermutlich ist unter der Region noch deutlich mehr Magma in Bewegung.

Fachleute rechnen seit mehreren Tagen mit einem Ausbruch in der östlichen Riftzone des Kilauea – seit dem 1. Mai erschüttern immer wieder Erdbeben bis zu einer Stärke von 5,0 die Region. Auch Risse im Boden, zum Teil quer über Straßen, zeugen von den Spannungen im Erdboden. Dass sich größere Mengen Schmelze bewegen, zeigte sich auch an den aktiven Kratern des Vulkans: Seit Mitte März hatte sich der in den 1980er Jahren entstandenen Vulkankegel Pu'u 'O'o deutlich gehoben.

Nun aber zog sich das Magma plötzlich aus dem Lavasee des Halema'uma'u am Gipfel des Kilauea ebenso zurück wie aus dem Untergrund des Pu'u 'O'o – der daraufhin kollabierte. Seitdem fließt die Gesteinsschmelze unterirdisch Richtung Osten. Wann und wo sich die nächste Eruptionsspalte öffnet, ist unklar – ebenso, wie viel Schaden der Ausbruch noch anrichten wird. Die Geschichte des Vulkans hält jedenfalls eine Warnung bereit: Der Ausbruch ist der erste innerhalb eines Wohngebiets seit 1960 – damals zerstörte ein Lavastrom den Ort Kapoho fast vollständig.

19/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 19/2018

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