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Lawine auf dem Mars

Eine Lawine auf dem Mars

Staubiger Abgang

Fündig wurden die Wissenschaftler auf einer Aufnahme der HiRISE-Kamera, die sich an Bord des Mars Reconnaissance Orbiters befindet. Das Falschfarbenbild zeigt einen rund 700 Meter hohen Hang in der nördlichen Polarregion des Roten Planeten. Deutlich ist die Staubaufwirbelung durch die Lawinenabgänge erkennbar.

"Es ist großartig, etwas so Dynamisches auf dem Mars zu sehen, wo sich viele Dinge seit Millionen Jahren nicht verändert haben", meint Ingrid Daubar Spitale von der Universität in Arizona. Die Planetenforscherin hatte die Lawinen als Erste auf den Aufnahmen entdeckt, die am 19. Februar aus der Marsumlaufbahn gemacht wurden.

Schatten an den bis zu 190 Meter großen Staubwolken beweisen, dass es sich nicht um Strukturen auf der Oberfläche sondern um dreidimensionale Gebilde handelt. Wahrscheinlich stammt das abgerutschte Material hauptsächlich aus der Zone, die direkt an die Eisdecke angrenzt. Vergleiche mit früheren Bildern sollen die Veränderungen nun aufzeigen.

Eigentlich untersuchte HiRISE jahreszeitlich bedingte Veränderungen des Trockeneises (gefrorenes Kohlendioxid), das ein Dünenfeld nahe des Nordpols bedeckt. "Dass wir die Lawinen gefunden haben, war reiner Zufall", sagt Candice Hansen, stellvertretende Forschungsleiterin von HiRISE. Das abgerutschte Material besteht wahrscheinlich hauptsächlich aus Trockeneis, weniger aus Staub. Die Experten können nun untersuchen, wie das Eis über eine bestimmte Zeitdauer erodiert. Daraus lassen sich Rückschlüsse ziehen, wie sich das Polargebiet des Mars entwickelt hat.

Was die Erdrutsche ausgelöst hat, wissen die Wissenschaftler nicht sicher. Mögliche Ursachen sind ein Marsbeben, ein Meteoriteneinschlag oder Bewegungen in der benachbarten Eisdecke, ausgelöst durch Temperaturveränderungen. Die Stelle wird in der nächsten Zeit genauer beobachtet, um herauszufinden, ob die Lawinen das ganze Jahr über auftreten oder nur während des Frühlingsbeginns. An einigen Stellen erreicht der Hang ein Gefälle von mehr als 60 Grad.

Die Kamera des High Resolution Imaging Science Experiment (HiRISE) kombiniert eine hohe Auflösung mit einem großen Gesichtsfeld. Dadurch lassen sich aus der Umlaufbahn Bilder mit einer Qualität aufnehmen, die sonst nur mit den Marsrovern auf der Oberfläche möglich ist.

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