Tod einer Eiche: Woran starb Robin Hoods Versteck-Baum?

Major Oak
Mit ihren rund elf Metern Stammumfang und einem Alter von bis zu 1200 Jahren ist die Major Oak im Sherwood Forest einer der eindrucksvollsten Bäume Europas. Bekannt und beliebt wurde diese Stieleiche (Quercus robur) außerdem durch ihre angebliche Verbindung zum Outlaw Robin Hood, der – je nach Legende – sich einst in ihrem hohlen Stamm versteckt oder unter ihrem Blätterdach seine Basis gehabt haben soll. Doch nun ist der Baum tot. Nachdem er im Frühjahr 2026 kein neues Grün hervorgebracht hatte, stellten Fachleute am 18. Juni 2026 seinen Tod fest.
Nun häufen sich Spekulationen, wer oder was am Ableben des Baumes schuld ist. Fachleute verweisen auf eine Serie von heißen und trockenen Sommern, die den Baum zuletzt geschwächt hätten, und darauf, dass Besucherströme über Jahrzehnte den Boden an den Wurzeln verdichtet hätten. Womöglich waren auch die 1904 errichteten Stützen unter den Ästen des großen Baums an seinem Untergang beteiligt. Alte Eichen verlieren nach und nach ihre Äste, um Wasser und Nährstoffe zu sparen. Fachleute stellten schon vor einigen Jahren fest, dass der Baum seine künstlich bewahrte, ausladende Struktur nicht mehr versorgen konnte. Möglicherweise ist die Antwort aber auch viel einfacher. Stieleichen werden in einem halbwegs ungestörten Wald im Mittel etwa 300 bis 500, gelegentlich auch bis zu 800 Jahre alt. Die Major Oak starb also mutmaßlich vor allem, weil sie sehr, sehr alt war.
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