Direkt zum Inhalt

Mars: Wolken und Dunst in der Atmosphäre des Roten Planeten

Auch der Rote Planet hat ein aktives Wettergeschehen, obwohl seine Atmosphäre weniger als ein Prozent des Drucks auf der Erdoberfläche erreicht. Oft bilden sich Eiswolken in großer Höhe über dem Marsboden, und immer schwebt Staub in den tieferen Luftschichten.
Eine detaillierte Aufnahme der Marsoberfläche, die Krater und eine dünne Wolkenschicht am Horizont zeigt. Die Oberfläche erscheint rötlich braun mit zahlreichen Einschlagkratern unterschiedlicher Größe. Der schwarze Weltraum bildet den Hintergrund. Das Bild vermittelt einen Eindruck von der geologischen Beschaffenheit und Atmosphäre des Mars.

Wolken über Terra Cimmeria

Seit mehr als 22 Jahren umrundet die europäische Raumsonde Mars Express den Roten Planeten und hat in dieser Zeit viele Zehntausende an Bildern geliefert. Diese Aufnahme der Region Terra Cimmeria nahm die Sonde am 24. Juli 2025 auf, die Rohaufnahmen wurden vom Amateur-Bildbearbeiter Andrea Luck aus dem schottischen Glasgow hervorragend verarbeitet. Deutlich lassen sich Dunstschichten und hohe Eiswolken in der dünnen Marsatmosphäre erkennen, deren mittlerer Oberflächendruck nur sieben Millibar beträgt. Zum Vergleich: Der mittlere irdische Luftdruck liegt bei 1013 Millibar. Dennoch verfügt der Mars über ein ausgeprägtes Wettergeschehen.

Die Eiswolken schweben oft mehrere Dutzend Kilometer über der Marsoberfläche und können aus Wassereis oder gefrorenem Kohlendioxid, also Trockeneis, bestehen. Tatsächlich ist die Lufthülle des Roten Planeten an Wasserdampf gesättigt, sodass es leicht zur Bildung von Eiswolken kommen kann. Unterschreitet die Temperatur in den höheren Luftschichten minus 78 Grad Celsius, so kondensiert das Kohlendioxidgas direkt zu Trockeneis. Die Marsatmosphäre besteht zu 97 Prozent aus Kohlendioxid, der Rest sind Stickstoff, Argon und ein paar Spurengase.

Sehr viel näher zur Oberfläche ist der stets in der Atmosphäre befindliche rötliche Staub zu sehen. Er besteht aus feinsten mineralischen Partikeln, die vom Wind aufgewirbelt werden. Da es auf dem Mars seit mindestens 3,5 Milliarden Jahren nicht mehr geregnet hat, kommt es nicht zu einer vollständigen Absetzung. Nur wenn über den Marspolen im Winter Trockeneisschnee herabrieselt, wird ein wenig vom Staub entfernt. Alle Raumsondenbilder, die direkt vom Marsboden aus aufgenommen wurden, zeigen daher einen lachsrosafarbenen Himmel.

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.