Marssonden: ESCAPADE fotografiert Erde und Mond im Infrarot

Familienporträt von Erde und Mond
Am 3. Juli 2026 wurde mit den Kameras des Visible and Infrared Observation System an Bord der beiden ESCAPADE-Raumsonden diese Ansicht unserer kosmischen Heimat im infraroten Wellenlängenbereich gewonnen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme betrug die Entfernung zur Erde 585 000 Kilometer und zum Mond 186 000 Kilometer. Links ist die Erde zu sehen, rechts von ihr der Mond. Da sich die Sonde erheblich näher am Mond als an der Erde befand, erscheint unser Trabant ungewöhnlich groß im Vergleich zu unserem Planeten. Tatsächlich weist der Mond nur etwa ein Viertel des Durchmessers der Erde auf.
Als die Aufnahme entstand, waren aus Sicht der beiden ESCAPADE‑Raumsonden nur etwa acht Prozent der beiden Himmelskörper beleuchtet. Visuell erschienen beide als schmale Sicheln. Dennoch zeigt sich die Erde in der Aufnahme voll, während der Mond weiterhin eine Sichelgestalt beibehält. Die Erde erscheint voll ausgeleuchtet, da ihre Atmosphäre und ihre Ozeane Wärmestrahlung in den Weltraum abgeben. Die Farbtöne von Violett nach Gelb verdeutlichen Temperaturen von –23 Grad Celsius bis zu +7 Grad Celsius. Dagegen weist die Nachtseite des atmosphärelosen Mondes Temperaturen um –173 Grad Celsius auf und erscheint daher dunkel.
Die beiden ESCAPADE-Raumsonden, die Abkürzung steht für »Escape and Plasma Acceleration and Dynamics Explorers«, wurden am 13. November 2025 mit der zweiten New-Glenn-Rakete gestartet. Zu dieser Zeit war aber keine geeignete Transferbahn zum Mars verfügbar. Stattdessen flogen die beiden Raumsonden zum Lagrange-Punkt L2, der von der Sonne aus betrachtet rund 1,5 Millionen Kilometer hinter der Erde liegt. Die Sonden umrunden diesen Punkt in weiten, geschwungenen Bahnen und werden sich Anfang November 2026 auf den Weg zu ihrem eigentlichen Ziel, dem Mars, begeben. Dort sollen sie im September 2027 ankommen und jeweils in eine Umlaufbahn um den Roten Planeten einschwenken. Das Hauptziel der Mission ist die Erkundung der Wechselwirkung des Sonnenwinds mit der dünnen Marsatmosphäre.
Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.