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Minenschnüffler: Die »Heldenratte« Magawa ist tot

Die Afrikanische Riesenhamsterratte hatte ein besonderes Gespür für Explosivstoffe, die ihr 2020 einen Verdienstorden bescherte. Magawa wurde acht Jahre alt.
Die Riesenhamsterrate Magawa mit einem um den Hals gelegten Orden

Held mit Orden

Mit »gewohntem Enthusiasmus« war der seit einem Jahr verrentete Minensucher Magawa vor Kurzem noch durch seinen Käfig geturnt, doch zum Wochenende hin begann er langsamer zu werden, schlief mehr – und schließlich für immer ein: Bei der belgischen gemeinnützigen Organisation APOPO, die sich auf die Beseitigung von Landminen mit Hilfe abgerichteter Nager spezialisiert hat, trauert man um die bislang erfolgreichste Spürnase im Team.

Magawa war eine Afrikanische Riesenhamsterratte (Cricetomys ansorgei), die im November 2013 in Tansania an der Sokoine University of Agriculture (SUA) geboren und ab 2016 in Siem Reap in Kambodscha eingesetzt wurde. Mehr als 100 Landminen und andere Sprengstoffe hat Magawa dort aufgespürt, was ihn zur bisher erfolgreichsten »HeroRAT« von APOPO macht. Sein Beitrag ermögliche es den Menschen in Kambodscha, heißt es in einem Statement der Organisation, »zu leben, zu arbeiten und zu spielen, ohne Angst haben zu müssen, Leib und Leben zu verlieren«. Mehr als 60 Millionen Menschen in 59 Ländern von Kambodscha bis Simbabwe würden in täglicher Angst vor Landminen und anderen Überbleibseln vergangener Konflikte leben, schreibt APOPO.

Auf dem Foto trägt Magawa die Tapferkeitsmedaille, die ihm im September 2020 von der britischen Tierärzteorganisation People's Dispensary for Sick Animals (PDSA) als erstem Tier überhaupt verliehen wurde. Riesenhamsterraten eignen sich für die Sprengstoffsuche, weil sie gut abzurichten und leicht zu halten sind, aber trotzdem über einen ausgezeichneten Geruchssinn verfügen. Wegen ihres geringen Körpergewichts lösen sie die Minen nicht aus.

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