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NASA-Sonde Perseverance: Grüße aus dem Wilden Westen

Mit dem Marsrover Perseverance erforscht die NASA seit mehr als fünf Jahren den Roten Planeten. Hier inszeniert sich der Roboter selbst neben einer Milliarden Jahre alten Gesteinsformation.
Ein Mars-Rover steht auf einer felsigen, sandigen Oberfläche des Mars. Der Rover ist teilweise von großen, unregelmäßig geformten Felsen umgeben. Der Himmel ist in einem hellen, staubigen Orange gehalten, typisch für die Marsatmosphäre. Im Hintergrund erstreckt sich eine weite, hügelige Landschaft. Der Rover ist mit verschiedenen wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet, die für die Erkundung und Analyse der Marsoberfläche verwendet werden.

Was liegt denn da?

Mit einem neuen Selbstporträt übermittelt der NASA-Rover Perseverance Grüße an die Erde von seinem bisher westlichsten Standort auf dem Roten Planeten. Die Aufnahme vom 11. März 2026 – dem 1797. Marstag (Sol) der Mission – zeigt den Roboter vor der Kulisse des »Lac de Charmes«, weit außerhalb des Kraters Jezero, in dem er vor mehr als fünf Jahren gelandet ist.

Das Selfie ist ein Mosaik aus 61 Einzelbildern, aufgenommen mit der WATSON-Kamera am Ende des langen Roboterarms. Für die Komposition vollführte der Ausleger innerhalb von rund einer Stunde 62 präzise Bewegungen. Der »Blick« des Rovers richtet sich darin interessiert auf eine Gesteinsformation, die das leitende Team des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Kalifornien »Arathusa« getauft hat. An dieser Stelle hatte der Rover kurz zuvor eine kreisförmige Abriebstelle zur Analyse des Untergrunds angelegt. Im Hintergrund der Aufnahme ist der westliche Rand des Kraters Jezero zu erkennen.

Die Region jenseits des Kraterrandes wird als »Wilder Westen« bezeichnet und beherbergt möglicherweise die ältesten Gesteine, die Perseverance während seiner Mission untersuchen wird. Arathusa besteht aus magmatischen Mineralen, die wahrscheinlich vor mehr als vier Milliarden Jahren entstanden sind und damit sogar älter als der Krater Jezero selbst sein könnten. Das Gestein ermöglicht damit einen Blick in die frühe Kruste des Planeten und könnte klären helfen, ob der Mars einst von einem Ozean aus Magma bedeckt war. Außerdem entdeckte das Team mithilfe von Perseverance deutliche Hinweise auf sogenannte Megabrekzien – gewaltige Gesteinsformationen, teils hochhaushoch, die vermutlich durch einen Asteroideneinschlag in der ausgedehnten Tiefebene Isidis Planitia ausgeworfen wurden.

Perseverance befindet sich aktuell in seiner fünften wissenschaftlichen Kampagne, der »Northern Rim Campaign«. Nach der Untersuchung von Arathusa setzte der Rover seine Fahrt in das Arbot-Gebiet fort – eine Aufnahme vom 5. April (Sol 1882) offenbart unterschiedlichste Gesteinstexturen. Von dort aus wird der Rover weiter nach Südosten ziehen. Die nächsten Etappenziele sind Gardevarri, ein Ort mit markanten Vorkommen an olivinhaltigem Gestein, sowie der Singing Canyon.

Nach mehr als fünf Jahren auf der Oberfläche hat der Rover 27 Gesteinsproben gesammelt – die wohl vergeblich auf eine Rückkehr zur Erde hoffen – und eine Strecke von fast 42 Kilometern zurückgelegt. Damit steht Perseverance kurz vor der vollständigen Marathon-Distanz. Trotz einer sichtbaren Staubschicht ist der Roboter laut Projektleitung in hervorragendem Zustand – bereit für einen Ultramarathon auf dem Mars.

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