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Antiker Vulkanausbruch: Neue Tote in Pompeji

Das antike Pompeji ist das berühmteste in eine Zeitkapsel gesteckte Werk einer Katastrophe. Und bis heute findet man vom Aschesturm konservierte Opfer.
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Frische Tote aus Pompeji

Der Vesuv hat 79 n. Chr. bekanntlich das römische Pompeji unter meterhohen Aschebergen begraben und dabei für die Jahrtausende konserviert – mitsamt den Körperformen jener Unglücklichen, die dem Vulkanausbruch nicht rechtzeitig entkommen konnten. Die Umrisse dieser Toten sind in feinen Details und dramatischen Posen als Abdrücke in der abgekühlten Asche erhalten und werden von Archäologen in Form von Gipsabgüssen dokumentiert.

Fündig werden Forscher dabei bis heute: so etwa ein Grabungsteam, das in Civita Giuliana rund 700 Meter nordwestlich von Pompeji seit 2017 eine römische Vorstadtvilla ausgräbt. Hier waren zunächst ein paar Pferde des antiken Reitstalls das eindrücklichste Fundstück. Nun entdeckten die Ausgräber zwei menschliche Opfer in einem Treppenzugang zum Wohnbereich der Villa. Die beiden hatten den Vulkanausbruch in dem Seitenraum nicht überlebt: Zuerst stürzte das Gemäuer darüber teilweise ein, dann tobte der typische pyroklastische Strom des Ausbruchs durch verschiedene Öffnungen über die Unglücklichen hinweg.

Bei den Toten handelte es sich um zwei Männer. Einer hatte zum Zeitpunkt seines Todes eine kurze Toga getragen und war mit etwa 18 bis 23 Jahren recht jung. Vermutlich hat er als Sklave harte körperliche Arbeiten verrichten müssen, wie verschiedene Abnutzungserscheinungen an seinem Skelett nahelegen. Das zweite Opfer dürfte zwischen 30 und 40 Jahre alt gewesen sein und trug elegantere Kleidung, unter anderem wahrscheinlich einen kurzen, schulterfreien Wollmantel.

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