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Rätselhafte Spiralgalaxie: Ein blaues Auge verpasst!

Ein spektakuläres Staubband verdunkelt eine Seite des hellen Kerns von Messier 64 und prägt ihr außergewöhnliches Erscheinungsbild. Doch auch die eigentümliche Bewegung der Spiralgalaxie wirft Fragen auf.
Eine farbenfrohe Aufnahme einer Spiralgalaxie im Weltraum. Die Galaxie zeigt einen hellen, leuchtenden Kern, umgeben von spiralförmigen Armen, die in Rot-, Blau- und Gelbtönen leuchten. Der Hintergrund ist dunkel mit vereinzelten Sternen. Die Struktur der Galaxie und die leuchtenden Farben heben die Details der kosmischen Formation hervor.

Mit oder gegen den Uhrzeigersinn?

Die Nummer 64 des 110 astronomische Objekte umfassenden Messier-Katalogs ist wohl eine der markantesten Spiralgalaxien. Messier 64 (M 64) liegt etwa 17 Millionen Lichtjahre entfernt im nördlichen Sternbild Haar der Berenike und zeigt spektakuläre visuelle, aber auch physikalische Eigenheiten. Mit einem Durchmesser von etwas mehr als 50 000 Lichtjahren ist sie deutlich kleiner als unser Milchstraßensystem, beherbergt allerdings eine vergleichbare Anzahl an Sternen. Ihr heller aktiver Kern wird im nördlichen Bereich teilweise von einem dichten Band aus dunklem Staub verdeckt, das vor allem in Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble stark ins Auge fällt. M 64 wirkt, wie mit einem kosmischen Veilchen versehen – daher rührt auch der populärere Name »Black Eye Galaxy« im Englischen.

Das hier gezeigte Kompositbild vereint Beobachtungsdaten von Hubble mit solchen des James-Webb-Teleskops. Hubble deckt dabei den ultravioletten, visuellen und nah-infraroten Spektralbereich ab; Webb ermöglicht mit der Beobachtung im nah- und mittelinfraroten Wellenlängenbereich einen Blick durch den dichten Staub hindurch.

Hinter der ohnehin einzigartigen Erscheinung verbirgt sich zudem eine äußerst bizarre Bewegung. Während die Materie in den meisten Galaxien in eine einheitliche Richtung rotiert, bewegt sich das Gas in den äußeren Regionen der Black-Eye-Galaxie in die entgegengesetzte Richtung zum Gas und den Sternen im weiter innen liegenden Bereich.

Dieses ungewöhnliche Phänomen geht vermutlich auf einen gewaltigen Verschmelzungsprozess zwischen M 64 und einer kleineren Satellitengalaxie vor mehr als einer Milliarde Jahren zurück. Die Überreste dieser Kollision haben sich offenbar noch nicht vollständig mit der Hauptgalaxie synchronisiert – das könnte die gegenläufige Rotation erklären.

Dort, wo die Gasströme aufeinanderprallen und sich verdichten, entstehen stetig neue Sterne. Deutlich sind die heißen, jungen und blauen Sterne zu erkennen. Ihre intensive, ultraviolette Strahlung lässt das umgebende Wasserstoffgas rosafarben aufleuchten.

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