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Biologie: Regenbogenfisch

Hier haben sich keine Maler mit der Farbpalette ausgetobt, sondern Forscher mit leuchtenden Proteinen: Mit einer speziellen Technik verpassten sie den Hautzellen eines Zebrabärblings einen bunten Anstrich.
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Bunte Zellen

Zebrabärblinge (Danio rerio) besitzen erstaunliche Regenerationsfähigkeiten: Sie können beschädigtes Gewebe und sogar ganze Gliedmaßen nachwachsen lassen – selbst das Herz kann Teile seines Muskelgewebes wiederherstellen. Um herauszufinden, was dabei auf Zellebene passiert, griffen Forscher um Chen-Hui Chen von der Duke University nun auf eine besonders farbenfrohe Technik zurück: Sie züchteten genetisch veränderte Fische, deren Hautzellen eine zufällige Kombination von roten, grünen und blauen Fluoreszenzproteinen produzieren und so in mehr als 70 verschiedenen Farbtönen leuchten, die unter dem Mikroskop fein säuberlich unterschieden werden können.

Mit Hilfe ihrer auf den Namen "Skinbow" getauften Technik sei es ihnen praktisch gelungen, jeder Zelle eine Art individuellen Barcode aufzudrucken, so Chen. Dieser erlaube es ihnen, tausende Zellen über Tage und Wochen hinweg genau im Auge zu behalten. So konnten die Wissenschaftler etwa beobachten, was passierte, wenn sie ihren Regenbogenfischen eine Flosse amputierten: Zunächst wanderten tiefer liegende Zellen zur Wunde, um diese zu schließen, bevor anschließend mit rasender Geschwindigkeit neue Zellen gebildet wurden. Um noch tiefere Einblicke in die Regenerationsfähigkeiten des Zebrabärblings zu gewinnen, wollen die Forscher das Verfahren demnächst mit anderen bildgebenden Verfahren kombinieren. Inspirieren ließen sich Chen und Kollegen bei "Skinbow" von einer Methode namens "Brainbow", die ursprünglich entwickelt wurde, um Neurone einzufärben.

12/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 12/2016

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