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Riesenproblem

Antarktischer Achtbeiner

Asselspinne

Polare Giganten – darunter verstehen Forscher nicht etwa nur Blauwale, sondern eine ganze Reihe von arktischen und antarktischen Arten, die deutlich größer und schwerer sind als ihre nächsten Verwandten in den gemäßigten oder sogar tropischen Gebieten. Futterangebot, Konkurrenz, Wärmeregulation: Es gibt einige Hypothesen, die versuchen, das Phänomen zu erklären. Des Rätsels Lösung jedoch ist noch immer unbekannt.

1999 formulierten Wissenschaftler noch eine weitere Idee: Das Sauerstoffangebot in diesen Lebensräumen sei dank des kalten Wassers stets sehr gut, während gleichzeitig die Stoffwechselrate auf Grund der niedrigen Temperaturen etwas lahmt. Diese speziellen Bedingungen "erlaubten" es daher quasi, sich körperlich etwas auszudehnen.

Ob das stimmt, überprüften Arthur Woods von der University of Montana in Missoula und seine Kollegen an Asselspinnen, denn auch unter ihnen gibt es wahre Riesen. Die Forscher fischten sich 49 Tiere aller Größenordnungen aus dem antarktischen McMurdo-Sund und unterwarfen sie im Labor einem Belastungstest der besonderen Art: Eine Stunde lang drehten sie die Achtbeiner mit einer Pinzette immer wieder auf den Rücken und beobachteten, wie gut die Tiere bei gewohnten Wassertemperaturen, aber unterschiedlichem Sauerstoffangebot wieder auf die Beine kamen.

Den meisten Asselspinnen fiel es bei Sauerstoffmangel tatsächlich schwerer, sich zu drehen – doch unabhängig von ihrer Größe. Die vermutete zentrale Rolle des Gases ist also zumindest für diese ursprüngliche Tiergruppe hinfällig, und die Erklärung "sei in anderen ökologischen oder evolutionären Prozessen zu suchen", schließen Woods und seine Kollegen. (af)

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