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Ein Gigant ganz nah: Der kochende Riesenstern Beteigeuze

Mit dem Teleskopverbund ALMA gelang diese Ansicht des Roten Überriesen Beteigeuze im Sternbild Orion, die Details seiner Oberfläche zeigt.
Ein verschwommenes astronomisches Bild zeigt einen orangefarbenen, leuchtenden Stern vor einem schwarzen Hintergrund. Der Stern hat eine unregelmäßige Form mit helleren und dunkleren Bereichen, die auf Oberflächenstrukturen oder Temperaturunterschiede hinweisen könnten. Das Bild vermittelt den Eindruck von Hitze und Energie, typisch für stellare Objekte.

Roter Überriese im Orion

In der linken Schulter des Himmelsjägers Orion zeigt sich dem bloßen Auge ein deutlich rötlich erscheinender Stern: der Rote Überriese Beteigeuze. Er ist rund 600 Lichtjahre von der Erde entfernt und gehört zu den wenigen Sternen, deren Oberfläche sich im Detail beobachten lässt, da er wirklich riesig ist. Er hat etwa die 20-fache Masse unserer Sonne, weist aber den 800-fachen Durchmesser unseres Tagesgestirns auf. Würde Beteigeuze in unserem Sonnensystem anstelle der Sonne platziert, würde er deutlich über die Umlaufbahn des Mars herausragen. Beteigeuze wurde hier im Bereich von Submillimeterwellen mit dem Teleskopverbund Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) in Chile aufgenommen.

Das Bild erscheint körnig. Es sind riesige Konvektionszellen, welche die Oberfläche des Sterngiganten überziehen. Sie entstehen durch heiße Plasmamassen, die aus dem Inneren des Sterngiganten aufsteigen und sich an der Oberfläche ausbreiten. Dazwischen sinken wieder kühlere Plasmamassen ins Sterninnere zurück, wie bei siedendem Wasser in einem Kochtopf. Eine Stelle ist auffallend hell. Hier wird besonders viel Energie freigesetzt. Sie wurde schon sieben Jahre zuvor gesichtet und ist offenbar langlebiger Natur. Die Oberfläche von Beteigeuze weist im Mittel eine Temperatur um die 2000 Grad Celsius auf. Zum Vergleich: Die mittlere Oberflächentemperatur der Sonne beträgt 5500 Grad Celsius. Die helle Struktur ist rund 800 Grad Celsius heißer als ihre Umgebung.

Die Bilddaten wurden bereits im Jahr 2023 aufgezeichnet, aber erst im August 2026 von der Europäischen Südsternwarte (ESO) veröffentlicht. Erst kürzlich wurde im unmittelbaren Umfeld von Beteigeuze ein Begleitstern nachgewiesen, der auf diesem Bild nicht sichtbar ist. Beteigeuze ist ein Sterngigant auf Abruf: In astronomisch kurzer Zeit werden im Zentrum des Sterns die Fusionsreaktionen erlöschen, wobei die Kernzone in sich zusammenfällt und der Rest des Sterns in einer gigantischen Supernova-Explosion vergehen wird. Dann wird Beteigeuze für wenige Wochen heller als die Venus vom Himmel strahlen. Für die Erde besteht keine Gefahr, es gäbe nur ein fantastisches Himmelschauspiel zu bewundern. Wie fern oder nahe die Explosion in der Zukunft liegt, vermag niemand zu sagen.

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