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Atacama: Weiße Wüste

In einem breiten Streifen von den Bergen bis zur Küste legte sich eine Schneedecke über die trockenste Wüste der Welt. Betroffen war auch das Radioteleskop ALMA. Die Ursache: das Wettermuster El Niño.
Satellitenbild einer geografischen Karte der Andenregion in Südamerika, die schneebedeckte Berge und Täler zeigt. Mehrere grüne und türkisfarbene Seen sind sichtbar. Der Schriftzug „ALMA“ markiert die Position des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array. Die Karte hebt die kontrastreiche Landschaft zwischen den schneebedeckten Gipfeln und den braunen, trockenen Ebenen hervor.

Schnee in der Atacama

Die Atacamawüste in Chile ist die älteste und trockenste Wüste außerhalb der Polargebiete. Indizien deuten darauf hin, dass dort schon seit Jahrmillionen extrem trockene Bedingungen herrschen. Laut einer aktuellen Studie begann die Region bereits vor knapp 50 Millionen Jahren auszutrocknen. Das größtenteils mehr als 2500 Meter hohe Plateau liegt im Regenschatten zweier Gebirgsketten und im Einflussbereich eines stabilen Hochdruckgebiets im Südostpazifik. Zusammen halten sie feuchte Luft von der Westküste Südamerikas fern; der kalte Humboldtstrom vor der Küste verstärkt die Trockenheit noch. Teile der Atacama haben seit Jahrhunderten keine Niederschläge erlebt. 

Doch im August 2026 zogen zwei Stürme über das Gebiet und überzogen die Einöde mit einer dicken Schneedecke – darunter auch das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), eines der größten Radioteleskope weltweit. Als die Stürme durchzogen und der Schneefall einsetzte, unterbrach das Observatorium seine Messungen und brachte die 66 Antennen in ihre Schutzposition. Auf dem Bild liegt ALMA unten etwas links der Mitte bei einem auffälligen Vulkankegel. Bereits in den Jahren 2025 und 2011 hatte es in der Region geschneit, aber seit Menschengedenken nicht mehr in diesem Ausmaß: Die Schneedecke bedeckt einen Streifen der Wüste von den Anden fast bis zur Küste. Die ungewöhnlich ergiebigen Niederschläge, die an der chilenischen Pazifikküste sogar Erdrutsche und Schlammströme auslösten, haben womöglich mit dem außerordentlich starken El Niño zu tun. Dieses Wettermuster schwächt das Hochdruckgebiet im Südpazifik, sodass Stürme in die normalerweise sehr trockene Region vordringen können.

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