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Südafrika: #steinzeitkunst

In der südafrikanischen Blombos-Höhle fanden Archäologen schon viele Hinweise auf künstlerisches Schaffen unserer Ahnen. Nun kam die älteste Zeichnung der Menschheit zum Vorschein.
Älteste Zeichnung der Menschheit

Älteste Zeichnung der Menschheit

Was uns der Maler oder die Malerin vor 73 000 Jahren mit diesen Ockerstrichen sagen wollte, lässt sich leider nicht erahnen. Auch dies eine Parallele zur modernen Kunst. Die südafrikanische Blombos-Höhle, das zeigen Funde immer wieder, war ein Hotspot frühen künstlerischen Schaffens: Hier hantierten Menschen mit Ocker und gravierten Strichzeichnungen in den Stein.

Und nun tauchte dieses weitere Artefakt auf. Es ist der bislang älteste Beleg dafür, dass unsere Ahnen auch Farbe auftrugen – und nicht nur in Steine ritzten. Alle anderen Malereien sind deutlich jünger, selbst die den Neandertalern zugeschriebene Felskunst in Spanien datiert auf rund 65 000 Jahre, die berühmten (und deutlich opulenteren) Darstellungen in den Höhlen von Lascaux oder Altamira sind gerade einmal halb so alt.

Wahrscheinlich wurden die Linien mit Hilfe eines angespitzten Ockerstifts erzeugt, zeigen Experimente der Forscher um den langjährigen Blombos-Ausgräber Christopher Henshilwood von der University of the Witwatersrand in Johannesburg. Die sich kreuzenden Linien gingen ursprünglich wohl noch über die Bruchkanten hinaus. Wie weit, kann das Team nicht sagen, denn die Anschlussstücke sind verloren. Gefunden wurde der Brocken mit dem Hashtag bereits 2011, erst jetzt machen ihn die Wissenschaftler im Fachmagazin »Nature« publik.

37/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 37/2018

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