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Artenschutz: Stinker in Nöten?

Sie werden Stinkmöwen genannt, und ihr Schnabel ist Furcht erregend. Doch alle Verteidigungsmittel scheinen nicht zu helfen. Die Zahl der Riesensturmvögel nimmt ab.
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Riesensturmvogel

Mit einer Flügelspannweite von bis zu zwei Metern gehören Riesensturmvögel (Macronectes giganteus) zu den größten flugfähigen Vögeln der Erde. Bei Gefahr können sie sich gezielt erbrechen und sondern dann eine stinkende, ölige Flüssigkeit ab, der Feinde abschrecken und einen schnelleren Start in die Luft erlauben soll. Dazu kommt der kräftige Schnabel mit der scharfen Spitze, der tiefe Wunden verursachen kann. Doch gegen Bestandsschwankungen helfen diese Waffen nicht, wie eine Studie von Mike Dunn vom British Antarctic Survey vermuten lässt. In einer der wichtigsten Brutkolonien der von Seeleuten auch Stinker genannten Seevögel hat sich die Zahl der Brutpaare in den letzten zehn Jahren mehr als halbiert: von 5800 auf 2600. Unklar ist allerdings, was diesen Rückgang ausgelöst hat und ob er von Dauer ist. Denn die seit 50 Jahren laufende Beobachtungsreihe hat im Lauf der Zeit immer wieder ein Auf und Ab erfasst, darunter ein Rückgang um fast zwei Drittel zwischen 1968 und 1984, aber auch einen Zuwachs um mehr als 160 Prozent zwischen 2000 und 2005. Eventuell hängen diese Trends mit dem verfügbaren Nahrungsangebot oder der antarktischen Eisbedeckung zusammen. Die Tiere fressen neben Krill und anderen Krebstieren auch Fisch und Tintenfische sowie Aas und Küken anderer Seevögel. Tausende der Vögel ertranken jedoch während der letzten Jahre an den Langleinen von Hochseefischern: Sie setzten den ausgebrachten Ködern nach und wurden von den Haken in die Tiefe gezogen.

51/2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 51/2015

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