Seltenes Schauspiel: Größte Blume der Welt zeigt ihre Pracht

Schönheit mit schlechtem Geruch
Ein beeindruckender Gigant steht im Botanischen Garten Basel für kurze Zeit im Rampenlicht: In der Nacht vom 11. auf den 12. August hat sich der Blütenstand einer Titanwurz (Amorphophallus titanum) geöffnet. Die ursprünglich aus Sumatra stammende Pflanze blüht sehr unregelmäßig und meist nur für zwei Tage. Sie bildet die größte funktionelle Blume im Pflanzenreich: Ein braunrotes, trichterförmiges Hochblatt umgibt einen großen, gelblichen Kolben, an dem die eigentlichen, relativ kleinen Blüten sitzen. In den ersten Stunden nach dem Aufblühen stinkt der Kolben nach Aas und produziert Wärme. So werden Bestäuber wie Aaskäfer und Aasbienen angelockt.
Der üble Geruch wird durch eine Reihe schwefelhaltiger Verbindungen und Amine verursacht, dazu zählen Dimethyldisulfid, Dimethyltrisulfid, Putrescin und Cadaverin. Wurden die kleinen Blüten bestäubt, reifen innerhalb von acht Monaten orangerote Beeren heran, aus denen neue Jungpflanzen gezogen werden können.
Das Exemplar im Botanischen Garten der Universität Basel blühte zuletzt im Juli 2023. Damit das Blütenstadium erreicht werden kann, muss die Knolle, die unterirdisch Nährstoffe speichert, mindestens 20 Kilogramm wiegen. Den bisherigen dokumentierten Rekord hält ein Titanwurz-Exemplar im Botanischen Garten Bonn. Der Blütenstand der Pflanze erreichte eine Höhe von 3,06 Metern; die Knolle brachte eine Masse von 117 Kilogramm auf die Waage.
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