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Turboverjüngung

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Schwämme im Korallenriff

Korallenriffe sind erstaunliche Lebensräume, weil sie in den extrem nährstoffarmen tropischen Meeren einen Artenreichtum hervorbringen, den man sonst nur in Regenwäldern findet. Dies gelingt ihnen nur in einem engen Miteinander der verschiedenen Spezies, die in ihrer Nahrungsversorgung aufeinander angewiesen sind.

Tief in den Höhlen und Gängen des Riffs leben Schwämme, die dabei eine wichtige Rolle spielen: das Verdauungssystem des Korallenriffs. Sie nehmen enorme Mengen an organischem Material auf, das von Korallenpolypen und Algen ausgeschieden wird und setzen es um, bevor es ins offene Meer abdriften kann. Die Produkte stellen sie wieder den Algen und Korallen zur Verfügung, für die besonders die erzeugten Phosphor- und Stickstoffverbindungen eine lebenswichtige Quelle an Mineralien darstellen.

Niederländische Forscher um Jasper de Goeij von der University of Groningen untersuchten diese Schwämme jetzt näher und stellten fest, dass sie 60 Prozent des umgesetzten organischen Materials für sich selbst verwenden. Bei dieser Menge müssten die Schwämme eigentlich alle zwei Tage ihre Biomasse verdoppeln. Stattdessen wachsen sie aber so gut wie gar nicht. Dafür gäbe es in den dicht besiedelten Räumen des Riffs auch gar keinen Platz.

Stattdessen verjüngen sich die Schwämme mit geradezu unglaublicher Geschwindigkeit, wie die Wissenschaftler jetzt feststellten. Die Erneuerungszeit ihrer Zellen ist fast einmalig für einen multizellulären Organismus und ähnelt nur den Zellen im menschlichen Darmtrakt, die sich etwa alle 36 Stunden komplett erneuern. Die alten Zellen werden von den Schwämmen abgegeben und stehen anderen Bewohnern des Riffs wiederum als Nahrung zur Verfügung. (ff)

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