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Bronzezeit: Überlebensgroßer Penis aus Stein war wohl Kultobjekt

Bisweilen tun sich Archäologen schwer, Funde zu bestimmen. Doch bei dieser Bronzezeit-Skulptur aus Schweden fiel den Forschern die Identifizierung erstaunlich leicht.
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Steinskulptur eines Phallus steht wieder aufrecht

Als die Archäologen zur Grabung in Rollsbo anrückten, einem Ort nördlich von Göteborg, gingen sie davon aus, dass sie ein Grab aus der Bronzezeit frei legen würden. Doch die Archäologen des schwedischen Staatlichen Historischen Museums entdeckten kein Grab, sondern eine Kultstätte bedeckt von einem Steinpflaster – in dessen Mitte einst die Skulptur eines erigierten menschlichen Penis stand. Der deutlich überlebensgroße Stein-Phallus ist zirka 52 Zentimeter hoch. Das Bildnis lag unter dem von Felsen umgebenen Steinpflaster verborgen. Im Umfeld des Penis-Monuments dokumentierten die Forscher Brandschichten und fanden auch wenige verbrannte Tierknochen sowie einen Schlagstein.

Die Archäologen datieren die Anlage in die späte nordische Bronzezeit zwischen 1100 und 500 v. Chr. Ob die Datierung auf Radiokarbondaten oder dem Werkzeugfund basiert, haben die Forscher nicht bekannt gegeben. Grabungsleiterin Gisela Ängeby vermutet aber, dass es sich um die Stätte eines Fruchtbarkeitskults gehandelt haben könnte. Dazu sind nun weitere Untersuchungen geplant: Die Brandschichten sollen nach organischen Resten untersucht und die Tierknochen genauer bestimmt werden.

Skulpturen von erigierten Phalli sind auch aus anderen Zeiten und von anderen Fundorten bekannt. So flankierten zwei große Phallus-Monumente einen antiken Altar des Gottes Dionysos auf der griechischen Insel Delos. Auch in heutiger Zeit haben übergroße Penis-Symbole einen festen Platz bei religiösen Festen: Einmal im Jahr wird beim japanischen »Fest des stählernen Penis«, Kanamara-Matsuri, in Kawasaki ein großer rosa Penis umhergetragen.

41/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 41/2019

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