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Unerwarteter Zuwachs

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Sira-Bartvogel

Obwohl der Mensch immer tiefer in einst weglose Wildnis vordringt, gibt es noch viele Orte auf der Erde, an denen Entdeckungen möglich sind – wie die Cerros del Sira. In dieser abgelegenen Bergkette an der Ostseite der Anden haben US-amerikanische und peruanische Studenten vor wenigen Jahren eine sehr auffällige neue Vogelart entdeckt und nun erstmals wissenschaftlich beschrieben: den Sira-Bartvogel (Capito fitzpatricki).

Der farbenprächtige, mit den Tukanen und Spechten weitläufig verwandte Vogel lebt in den Nebelwäldern an den steilen Flanken des Sira-Gebirges, die nur sehr schwer zu erreichen sind. Von der nächstgelegenen Siedlung mussten die Biologen mehrere Tage mit dem Boot flussaufwärts fahren, sich dann erst durch Tieflandregenwald schlagen und schließlich durch das dichte Unterholz an den Hängen Richtung Gipfel vorkämpfen. Dort oben hatte sich die Art bislang den Augen der Forscherwelt entzogen.

Äußerlich ähnelt er dem ebenfalls erst Mitte der 1990er Jahre aufgefundenen Loreto-Bartvogel (Capito wallacei), doch bestätigten Genstudien, dass der Sira-Bartvogel eine eigenständige Spezies darstellt – zumal es auch Farbunterschiede auf der Brust, den Flanken und dem Rücken gibt. Der Fund belegt, dass die Cerros del Sira ein wichtiges Zentrum der Artenvielfalt sind: In den letzten Jahren wurden dort allein vier neue Vogelarten beschrieben.

32. KW 2012

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 32. KW 2012

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