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Verhaltensforschung: Verwanzt

»Kissing bugs« kommen nachts und saugen Blut und Speichel. Wo sie tagsüber stecken, ist schwer herauszufinden gewesen - bis jetzt.
Wanze mit Antenne

Wanze mit Antenne

Triatoma gerstaeckeri ist eine Blut saugende Wanze und überträgt die Chagas-Krankheit, an der laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO jedes Jahr 10 000 Menschen sterben, vor allem in Lateinamerika. Die Tiere saugen nachts Speichel und Blut von Menschen. Tagsüber verkriechen sie sich; entsprechend schwer ist es, Genaueres über die Verstecke der Raubwanzen herauszufinden.

Eine Gruppe von Biologen um Gabriel Hamer von der Texas A&M University hat die Gewohnheiten der bis zu drei Zentimeter langen Wanzen nun mit einer neuen Methode erforscht: Die Wissenschaftler fingen elf Tiere ein und klebten ihnen winzige, gerade einmal 0,2 Gramm schwere Sender auf die Rückseite. Anschließend verfolgte das Team die Position der wieder frei gelassenen Tiere über mehrere Tage hinweg.

In diesem Zeitraum legten die Insekten ein bis 20 Meter zurück, berichten die Forscher im »Journal of Medical Entomology«. Dabei krochen die Wanzen auch in Ritzen, die für Menschen normalerweise nicht einsehbar sind. Künftig könnte die Funktechnik dabei helfen, die bevorzugten Schleichwege von Triatoma gerstaeckeri aufzuspüren. So ließe sich auch die Ausbreitung der Chagas-Krankheit verlangsamen, hoffen die Wissenschaftler.

28/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 28/2018

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