Direkt zum Inhalt

Ökologie: Vögel reiten die grüne Welle

Je weiter man nach Norden kommt, desto später beginnen die Pflanzen ihren Wachstumszyklus. Vögel wissen das - und wandern ihrer Lieblingsjahreszeit hinterher.
Ein kleiner Vogel mit braunem Gefieder, rosafarbener Brust und einem knallroten Tupfer auf der Stirn sitzt auf einem Ast und wundert sich über die Veröffentlichungen, die über ihn verfasst werden.Laden...

Birkenzeisig

Jedes Jahr am Ende des Winters wandert ein grünes Band erwachenden Pflanzenlebens über die Kontinente nach Norden – und die Vögel wandern mit. Jedenfalls die meisten. Das berichten Frank A. La Sorte von der Cornell University und Catherine H. Graham von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft im »Journal of Animal Ecology«. Dazu verglichen sie Daten der Satelliten Terra und Aqua, die das Ergrünen des Landes zeigen, mit Vogelbeobachtungen in Nordamerika aus der Datenbank eBird.

Welche Vögel besonders oft mit der Vegetation mitreisen, hängt demnach vom bevorzugten Futter ab ab. Fast alle Vögel, die sich zu einem großen Teil von Pflanzen und Pflanzenteilen wie Samen ernähren, reiten demnach die grüne Welle über den nordamerikanischen Kontinent – so auch der Birkenzeisig (Acanthis flammea). Im Herbst folgen sie genau dem umgekehrten Muster von Norden nach Süden. Greifvögel dagegen entziehen sich diesem Muster. Insektenfresser ziehen ebenfalls deutlich seltener mit dem Pflanzenwuchs. Das liegt nach Ansicht von La Sorte und Graham allerdings daran, dass diese Vögel meist südlich des Golfs von Mexiko überwintern. Ob das Land grün wird, spielt für sie erst einmal keine Rolle. Ihr Zugverhalten wird von veränderten Tageslängen und anderen Auslösern im Überwinterungsgebiet ausgelöst.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte