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Winterwonne: Warum Makaken heiße Quellen lieben

Menschen sind nicht die einzigen Primaten, die heiße Quellen zu schätzen wissen. Eine Untersuchung aus Japan zeigt: Affen sind auch nur Menschen - und baden aus den gleichen Gründen.
Ein Japanmakak bei Schnee in heißer QuelleLaden...

Japanmakak in heißer Quelle

Seit mehreren Jahrzehnten schon baden Affen in den heißen Quellen im Norden Japans – die Japanmakaken (Macaca fuscata) lernten die natürliche Wärmequelle vermutlich zu schätzen, als sie Menschen in einem Badehaus bei dem gleichen Verhalten beobachteten. Wie jetzt eine Arbeitsgruppe um Rafaela S. C. Takeshita von der Universität Kyoto in »Primates« berichtet, tun sie das vermutlich auch aus dem gleichen Grund: um sich zu entspannen. Das Team um die Forscherin maß die Menge an Stresshormonen in den Kotproben von zwölf erwachsenen Makakenweibchen und stellte fest, dass die heißen Bäder den Stress bei den Tieren deutlich verringerten. Japanmakaken sind die am weitesten nördlich lebenden nichtmenschlichen Primaten und haben sich an die kalten Winter angepasst, indem sie ein besonders dichtes Winterfell ausbilden. Trotzdem setzt die Kälte sie unter Stress, wie ein Vergleich zwischen Sommer und Winter zeigt. Besonders höherrangige Makakenweibchen haben einen erhöhten Stresshormonpegel und sind deswegen im Winter besonders aggressiv, was wiederum den Stress erhöht. Diesen Teufelskreis scheinen sie mit Hilfe der heißen Quellen abzumildern: Je höher der Rang, desto mehr konnten die Tiere baden – was sich dann auch in deutlich weniger Stresshormonen äußerte.

14/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 14/2018

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