Partielle Sonnenfinsternis auf dem Mars: Weltraumkartoffel vor Sonnenscheibe

Keine ganz runde Sache
Der Marsmond Phobos bietet einen ungewöhnlichen Anblick: Der im Mittel nur rund 22 Kilometer große Brocken ist sehr unregelmäßig geformt und gleicht eher einer Weltraumkartoffel als unserem nahezu perfekt kugelförmigen Erdtrabanten. Das wird besonders deutlich, wenn sich Phobos vom Mars aus gesehen vor die Sonnenscheibe schiebt. Eine solche partielle Sonnenfinsternis auf dem Roten Planeten konnte der NASA-Rover Perseverance mit seiner Mastcam-Z-Kamera am 12. August 2026, dem 1948. Marstag (Sol) der Mission, aufnehmen. Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde veröffentlichte die Aufnahmen am 24. August 2026. Sie wurden speziell eingefärbt, um zu simulieren, was ein Mensch auf der Marsoberfläche sehen würde, wenn er das Phänomen durch eine schützende Sonnenfinsternisbrille betrachten könnte.
Trotz seiner geringen Größe bedeckt Phobos in den Bildern einen beträchtlichen Teil der Sonnenscheibe. Das liegt vor allem an seiner geringen Entfernung zur Marsoberfläche von nur rund 6000 Kilometern. Zum Vergleich: Unser Erdmond ist mit etwa 3475 Kilometern zwar mehr als 150-mal so groß im Durchmesser, umkreist die Erde bei einer mittleren Entfernung von circa 380 000 Kilometern aber auch mehr als 60-mal so weit entfernt. Von der Marsoberfläche aus betrachtet, wäre die unregelmäßige Form von Phobos sogar mit dem bloßen Auge zu erkennen. Für einen vollständigen Umlauf benötigt der Mond nur knapp siebeneinhalb Stunden – er ist damit deutlich schneller als der Mars selbst, der sich in etwa 24,5 Stunden einmal um sich selbst dreht. Für einen Beobachter mit einem festen Ort auf dem Mars geht Phobos damit zweimal am Tag auf und unter – mit etwas Glück lassen sich sogar drei Auf- oder Untergänge beobachten.
Seit seiner Landung im Jezero-Krater im Februar 2021 konnte Perseverance bereits mehrere Phobos-Transitereignisse dokumentieren. Durch den Vergleich der verschiedenen Aufnahmen lässt sich die Umlaufbahn des kartoffelförmigen Mondes präzise verfolgen und untersuchen, wie sich diese im Lauf der Zeit verändert. Denn sie ist keineswegs stabil: Phobos rückt pro Jahrhundert rund 1,8 Meter näher an die Marsoberfläche heran. Die NASA geht davon aus, dass er in circa 50 Millionen Jahren entweder auf den Mars stürzen oder sich durch die Gezeitenkräfte des Planeten zu einem Ring auflösen wird.
Der kleinere Marsmond Deimos befindet sich dagegen deutlich weiter entfernt, etwa 23 000 Kilometer von der Oberfläche entfernt. Für einen Umlauf benötigt er mehr als 30 Stunden und steht für einen Beobachter auf der Marsoberfläche rund 70 Stunden von Aufgang bis Untergang am Himmel. Im Gegensatz zu Phobos entfernt sich Deimos langsam spiralförmig vom Mars – ähnlich wie unser Mond von der Erde.
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