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Wer ist dieser Mann?

Albert Einstein

Albert Einstein

Sollten Sie Albert Einstein nicht erkannt haben, stehen Sie nicht alleine da: Im Schnitt können ihn nur 54 Prozent der Menschen auf einem Fotonegativ identifizieren – es sei denn, seine Augen haben die richtigen Schattierungen, wie in diesem manipulierten Bild. Dann nämlich erkennen ihn 92 Prozent der Befragten.

Eigentlich enthält das Negativ die gleichen Informationen wie das Positiv, trotzdem haben wir große Schwierigkeiten, Gesichter darauf zu erkennen. Woran das liegt, war bisher nicht klar. Pawan Sinha und seine Kollegen vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge untersuchten Porträtfotos, die unter verschiedensten Belichtungsverhältnissen aufgenommen wurden. Auffällig war, dass die Region um die Augen immer dunkler erscheint als Stirn und Wangen. Sie vermuteten, dass die Kontrastverhältnisse in diesem Teil des Gesichts besonders wichtig für die Identifikation sind.

Deshalb legten sie ihren Probanden Fotos bekannter Persönlichkeiten einmal als Negativ, dann als manipuliertes "Chimären-Negativ" mit normaler Augenpartie und zum Schluss als Positiv vor. Die Chimären wurden fast genauso gut erkannt wie die Positive, im Gegensatz zu den Negativbildern. fMRT-Gehirnscans zeigten außerdem, dass beim Anschauen sowohl der Chimärenbilder als auch der Positive die Region im Gehirn aktiviert wird, die für die Gesichterkennung zuständig ist. Bei den Negativen war dagegen keine Aktivität in dieser Region erkennbar.

Dass von den Probanden nicht nur einfach die Augen erkannt wurden, schlossen die Forscher aus einem weiteren Experiment: Eine in Silhouettengesichter gesetzte Augenpartie wurde von lediglich 13 Prozent der Testpersonen erkannt. Offensichtlich ist also der Rest des Gesichts durchaus wichtig – aber weniger dessen Helligkeitsunterschiede.

Die Wiederherstellung der Kontraste in der Region um den Mund führte denn auch nicht zur besseren Erkennung der Gesichter. Dort sind die Helligkeitsunterschiede weniger stabil als in der Augenregion. Diese Erkenntnis könnte auch erklären, warum Menschen mit Autismus Gesichter schlechter erkennen: Sie schauen mehr auf die Mundregion und vermeiden Augenkontakt. (ff)

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