Aufopferungsvolles Experiment: Was Mücken anlockt

Silhouette unter Summen
Für die meisten Menschen käme es Folter gleich, für Christopher Zuo war es drei Jahre lang wissenschaftlicher Alltag. In Dutzenden Experimenten hat sich der Maschinenbaustudent vom Georgia Institute of Technology in Atlanta in eine Kammer gestellt – und von Hunderten hungrigen Gelbfiebermücken (Aedes aegypti) umschwirren lassen. Dabei zeichneten Infrarotkameras deren Flug auf.
Schließlich lieferten mehr als 400 000 Flugbahnen Hinweise darauf, an welchen Signalen sich die Mücken auf der Suche nach Blut orientieren und wie sich ihre Wege vorhersagen lassen.
Das tödlichste Tier der Welt – rund eine Million Menschen sterben jedes Jahr an von Mücken übertragenen Krankheiten – kann nicht besonders gut sehen. Umso besser spürt es seine Beute anhand des ausgeatmeten Kohlendioxids auf. Dafür fliegt das Insekt recht erratisch umher, bis es die potenzielle Blutquelle wittert.
Es braucht viele Datenpunkte, um Muster aus diesem Hin und Her herauszulesen. Nach zahlreichen Experimenten gelang es Zuo gemeinsam mit einem Analyseteam vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, das Verhalten der Mücken zu modellieren.
Sie folgen demnach nicht ihren Artgenossinnen, sondern reagieren individuell auf die Signale. Zu diesen gehört neben CO2 auch die Farbe der Kleidung. Ein dunkles Outfit zog die Mücken in Kombination mit Atemluft viel stärker an als ein helles. Dieses Wissen soll beim Design effektiverer Mückenfallen und Abwehrstrategien helfen.
Mit der Publikation beendet Christopher Zuo seine aufopferungsvolle Arbeit an dem Thema. Hierbei konnte er nur den Einfluss von CO2 und heller sowie dunkler Kleidung überprüfen. Mücken reagieren aber noch auf weitere Signale, beispielsweise Körperwärme. Um das zu untersuchen, hat die Arbeitsgruppe bereits zwei neue mutige Studentinnen rekrutiert.
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