Wüste: Ikonischer Frosch ist nun vom Aussterben bedroht
Hat der Wüstenregenfrosch bald ausgerufen?
Der Wüstenregenfrosch (Breviceps macrops) kommt mit extremen Bedingungen in seiner wüstenhaften Heimat im Westen Namibias und Südafrikas zurecht. Doch wir Menschen bringen ihn inzwischen an den Rand des Aussterbens, weshalb die Art nun vom IUCN auf der Roten Liste als bedroht geführt wird. Bekanntheit erlangten die Lurche durch Internetvideos, die ihr typisches Verhalten zeigen, wenn Gefahr droht: Die kleinen Frösche blasen sich dann auf und stoßen hohe Pfeiftöne aus, die an Spielzeuge erinnern. Das weckte bei manchen Menschen Besitzansprüche, weshalb der illegale Handel mit der Art zugenommen hat. Ein noch größeres Risiko für das Überleben der Wüstenregenfrösche sind jedoch Bergbau- und Energieprojekte in der Region: Hier werden Diamanten gewonnen, und größere Flächen sind für die Erzeugung von grünem Wasserstoff vorgesehen. Industrielle Nutzung der Wüste könnte in den nächsten Jahren ein Drittel des südafrikanischen und sogar zwei Drittel des namibischen Verbreitungsgebiets betreffen. Der Bestand der Frösche wird daher allein in den nächsten zehn Jahren schätzungsweise um ein gutes Fünftel schrumpfen.
Bergbau bedroht nach Angaben des IUCN auch zwei Drittel der bisher bekannten, rund 200 Muschelarten, die in der Tiefsee an Hydrothermalquellen leben: Die mineralienreichen Schlote der Heißwasserquellen enthalten zahlreiche Rohstoffe, die in der Industrie gefragt sind. Beim Abbau oder bei der Erkundung aufgewirbelte Sedimente spielen dabei ebenso eine Rolle wie die direkte Extraktion der Ablagerungen. Beispiele aus Australien zeigen jedoch auch, wie sich gezielte Maßnahmen positiv auswirken. Der Ameisenbeutler (Myrmecobius fasciatus), auch Numbat genannt, konnte im Bedrohungsstatus herabgestuft werden, nachdem Katzen und Füchse in seinem Lebensraum dezimiert wurden. Dadurch nahm die Zahl der Numbats wieder deutlich zu.
Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.