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Zelle macht Klimmzug

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Amöboide Bewegung im Detail

Diese Bindegewebszelle einer Maus hat es eilig, streckt einen Teil weit von sich und greift den Boden, um sich nach vorne zu ziehen. Dabei beobachtet sie Perihan Nalbant von der Universität Duisburg-Essen mit einem Lasermikroskop. Roter Farbstoff markiert Filamente aus dem Eiweiß Aktin, die gleichzeitig Skelett und Muskeln der Zelle bilden und sie gezielt ihre Form ändern lassen. Grün sind Haftproteine, mit denen sich der Zellkörper an der Umgebung verankert.

Einige Zellarten im menschlichen Körper sind nicht fest an einen Ort gebunden, sondern strecken und bewegen sich fortwährend, um ihren Aufgaben nachzugehen: Fresszellen fangen Krankheitserreger ab, Bindegewebszellen "verleimen" ihre Umgebung und Neuronen bauen beständig neue Nervenverbindungen auf. Anders als etwa Bakterien bewegen sich unsere Körperbausteine dabei nicht mit propellerartigen Fortsätzen oder Härchen, sondern kriechen voran, in dem sie beständig ihre Form ändern. Biologen sprechen von "amöboider" Bewegung, nach den einzelligen Amöben, die auf die gleiche Art voran kommen.

Wie es einzelne Zellen schaffen, sich so gezielt zu verformen, und wie sie sich dabei orientieren, versuchen Forscher herauszufinden. Die neuen Aufnahmen zeigen sehr genau die einzelnen Schritte dieser Abläufe: Zuerst bilden sich stets zahlreiche Fortsätze in verschiedene Richtungen, von denen sich die meisten wieder zurückbilden. Einige wenige von ihnen spüren offenbar, dass sie in die richtige Richtung weisen, verankern sich daraufhin mit der Umgebung und ziehen den Zellkörper nach. (rs)

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